Atelierkonzert: Ginzery, Fejér

3. November 2018

Atelierkonzert: Ginzery, Fejér

am Samstag, 3. November

um 18 Uhr

mit
András Fejér – Posaune &
Enikö Ginzery – Cimbalon

Programm

Orlando di Lasso – Drei zweistimmige Motetten
György Kurtág – Spiele/Játékok (Auswahl)
Guillaume de Machault – Rondeau, Ballade, Douce Dame…
István Láng – ConcerDuotante (2010)
Thomas Morley – 3 Fantasien
Máté Hollós – Trombondine (2013)
Béla Bartók – aus dem Zyklus Mikrokozmosz und 44 Duos
Mela Meierhans – 7 Atemsequenzen für Posaune und Cimbalom (2018) * URAUFFÜHRUNG, András Fejér und Enikö Ginzery gewidmet

András Fejér

András Fejér wurde 1967 in Budapest geboren und erhielt im Alter von zehn Jahren den ersten Posaunen-Unterricht bei Prof. Gyula Gergely. Am ›Béla Bartók‹ Musik-Konservatorium wurde er von Prof. István Farkas unterrichtet. Er studierte an der ›Franz Liszt‹ Musikakademie bei Prof. Ferenc Steiner und legte 1990 das Konzertexamen und Diplom als Lehrer für Posaune ab. 1993|94 nahm er an Meisterkursen von Prof. Michel Bequet und Prof. Branimir Slokar teil.

Von 1987 bis 1997 war er Solo-Posaunist der Ungarischen Nationalphilharmonie und erhielt 1995 die Auszeichnung ›Orchesterkünstler des Jahres‹. Seit 1997 ist er Solo-Posaunist des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin.

An der ›Franz Liszt‹ Musikakademie in Budapest war er von 2001 bis 2006 als Lehrbeauftragter tätig.

Auch kammermusikalisch ist András Fejér sehr aktiv. So gründete er mit anderen Musikern bereits 1983 das Academia Blechbläser-Quintett Budapest, das mit zahlreichen Preisen auf internationalen Wettbewerben ausgezeichnet wurde. Seit 1998 spielt er Kammerkonzerte mit Joachim Pliquett und Professor Arvid Gast zusammen. Seine erste CD-Aufnahme erschien 2000 unter dem Titel ›Name-Game‹ bei Hungaroton Classic, die vom Verband der Ungarischen Zeitgenössischen Komponisten mit dem ›Artisjus‹-Preis ausgezeichnet wurde. Diese Auszeichnung erhielt er nochmals im Jahr 2008 und 2012. Seine zweite CD-Aufnahme erschien 2011 unter dem Titel ›C’est la Vie‹ bei Hungaroton Classic. Mehrere ungarische Komponisten widmeten András Fejér Konzerte und Solostücke, die auf dieser CD teilweise zu hören sind. Insgesamt 15 neue Werke brachte er zur Uraufführung.

Im Jahr 2007 nahm András Fejér als Jurymitglied am Internationalen Posaunen-Wettbewerb (ARD) in München, im Jahr 2010 in Markneukirchen teil. Er selbst ist mehrfacher Preisträger internationaler Wettbewerbe, sowohl als Solist als auch im Rahmen seines Academia Blechbläser-Quintetts. 2012 erhielt er den Franz Liszt Preis. Diese Auszeichnung ist die größte staatliche musikalische Anerkennung in Ungarn.

Preise bei Internationalen Wettbewerben:
1992 III. Preis und Sonderpreis für die Interpretation tschechischer Werke beim ›Prager Frühling‹
1995 II. Preis in Toulon (Frankreich)
1995 III. Preis beim ARD-Wettbewerb in München (der I. und II. Preis wurden nicht vergeben)

Preise für das Academia Blechbläser-Quintett:
1986 I. Preis beim internationalen Blechbläser-Kammermusik-Wettbewerb in Barcs (Ungarn)
1990 II. Preis beim internationalen Blechbläser-Quintett-Wettbewerb in Narbonne (Frankreich)
1990 II. Preis beim Internationalen Kammermusikwettbewerb in Gmünd (Österreich)

Enikő Ginzery

Enikő Ginzery studierte Cimbalom am Konservatorium in ihrer Geburtsstadt Bratislava (1989-1995, in der Klasse von Ludmila Dadáková) und anschließend an der „Franz Liszt Akademie“ in Budapest (1996-2000, in der Klasse von Ilona Szeverényi). Ein Aufbaustudium im Studienfach „Zeitgenössische Musik“ führte sie an die „Hochschule für Musik Saar“ (2002-2005, in der Klasse von Stefan Litwin, Yukiko Sugawara, Andreas Wagner) nach Saarbrücken. In den Jahren 1997 bis 1999 nahm sie mehrmals an Interpretationskursen unter der Leitung von György Kurtág teil.
1995 war sie Preisträgerin als beste ausländerische Teilnehmerin beim internationalen
„Youth Festival in Plovdiv“, Bulgarien, und gewann 1997 den Internationalen Cimbalom Wettbewerb in Valašské Meziříčí in Tschechien.

Seit 1995 führen sie Konzertreisen immer wieder durch Europa und den USA, sowohl als Solointerpretin als auch als Solistin in verschiedenen Orchestern und Kammermusikensembles. (SWR Sinfonieorchester Freiburg, SWR Sinfonieorchester Stuttgart, Radio Sinfonieorchester Saarbrücken, Radio Symphonieorchester Wien – ORF, Konzerthausorchester Berlin, NDR Sinfonieorchester Hannover, Bremer Philharmonie, Duisburger Philharmonie, Polnisches Nationales Radio-Sinfonieorchester Katowice, Helsinki Philharmonie, Slowakische Philharmonie Bratislava, Orchester der Komische Oper Berlin, Klangforum Wien, Kammerensemble Neue Musik Berlin, Sinfonietta Dresden, Ensemble Musikfabrik Köln, Ensemble Modern, Ensemble United Berlin usw…)
Enikö Ginzery leistet durch ihr – so die Musikkritik – „bahnbrechendes Spiel“ einen wichtigen Beitrag im Bereich der Musik der Gegenwart und inspiriert zahlreiche Komponisten zu neuen Werken für Cimbalom. Sie hat u. v. a. mit György Kurtág, Hans-Joachim Hespos, István Láng, Adriana Hölszky, Theo Brandmüller zusammengearbeitet und bislang rund 50 Stücke uraufgeführt. Ihr Repertoire umfasst aber nicht nur Kompositionen der Gegenwart, sondern reicht zurück bis ins Mittelalter. Als Spielerin auf dem Psalter und Salterio (Vorgängern des Cimbaloms ab 13. Jh) konzertiert sie solistisch und in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen.

Wichtige Solokonzerte gab sie unter anderen in Princeton University (USA), Saarlandischer Rundfunk (Saarbrücken), beim „Musik der Jahrhunderte“ (Stuttgart), im Kunststation St. Peter (Köln), beim „Ostrava New Music Dayes“ (Tschechien), beim Festival Melos-Ethos (Bratislava, Slowakei) im Konzerthaus Berlin, in der Philharmonie Berlin (Uraufführung: Les Noces – Version 1919 von I. Strawinsky), in der Reihe „Attaca“ mit dem SWR Sinfonieorchester Stuttgart (Uraufführung: H. J. Hespos: Psallo – Konzert für Cimbalom und Orchester).
2013 wurde ihr von der Universität Bratislava die Doktorwürde für ihre musikwissenschaftlichen Dissertation über Klangmöglichkeiten und neue Spieltechniken des Cimbaloms verliehen.
Zahlreiche Projekte, Kurse, für Kinder und Studenten sind ebenfalls Teil ihrer künstlerische Tätigkeit. Genannt seien hierbei: „Musik Verstehen“ (Europawoche Hamburg 2005), „Groß und Klein – Hand in Hand“ (Bratislava 2010). Seit 2016 unterrichtet sie an der Leo Borchard Musikschule in Zehlendorf und leitet Projekte -„Kreative musikalische Übungen“ für die Flüchtlingskinder in Berlin.
Ihre erste CD mit dem Titel „Contemporary Music For Cimbalom“ erschien 2001 bei „Slovart records“. In 2013 erschien ihre zweite CD „Overflowing Crystals“ bei „Hevhetia“ mit Werken von (T. Brandmüller, H-J. Hespos, I. Láng, Gy. Kurtág usw…).

Eintritt: € 10,- / ermäßigt € 6,- (Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt). Getränke sind frei

Wir bitten um Anmeldung zum Konzert über unsere Emailadresse atelier@oh-r42.de

Diese 29. Veranstaltung des inzwischen 7-jährigen atelier oh-r42 wird das letzte Atelierkonzert in dieser Form sein….

Wir freuen uns auf Euer / Ihr Kommen mit uns diesen Abschied zu feiern…

oh-r42 geht aufs Land

7. Juli 2018

oh-r42 geht aufs Land

oh-r geht aufs Land

am Samstag, 7. Juli 2018

ab 14 Uhr
auf dem Dorotheenhof

Bilder vom 7. Juli

Programm:

ab 14 Uhr __________________________________________________________
★ Sommerliche Köstlichkeiten vom Grill und vom Salatbuffet, Getränke

15:30 Uhr____________________________________________________________
★ STUMM-Film in der Scheune, für Klein und Groß: „DICK & DOOF“- 30 Min,
mit Live Musik von Alexander Kraut

17:00 Uhr____________________________________________________________
★ Filmmusik Songs mit
Hermann Naehring (Schlagzeug),
Leslie Leon (Stimme/Mezzosopran)
Alexander Kraut (Keyboard)
Søren Gundermann (Gitarre, Trompete)

18:30 Uhr ____________________________________________________________
★ STUMM-Film in der Scheune, „ASPHALT“ – 90 Min,
mit Live Musik von Alexander Kraut

„VERTRAUT – UNVERTRAUT“

28. April, 18 Uhr

„VERTRAUT – UNVERTRAUT“

Dieses Programm versteht sich als ein Ganzes – es soll nicht in einzelne Nummern zerfallen.
Eher sollen die unmittelbaren Nachbarschaften unverhoffte gegenseitige Abfärbungen und Beeinflussungen blosslegen, auf dass der veränderte Kontext – so die Hoffnung – auch die einzelnen Stücke als nicht dieselben zurücklässt, die sie ohne den Kontext waren.

© v.Westphal

Galina Ustvolskaya 6. Sonate für Klavier (1986)

Mela Meierhans Stücke aus „!Triton“ (1991) und „Loose structures“ (2006)

Joh. Seb. Bach / Johannes Brahms Chaconne (1717) für Klavier und die linke Hand allein gesetzt von Joh. Brahms (1879)

Salvatore Sciarrino „perdutto in uns città d‘aque“ (1991)

Laura Gallati „vertraut – unvertraut“ (2017)

Johanna M. Beyer „Music of the spheres“ (1938)

Zum Programm

Galina Ustvolskayas 6. Klaviersonate aus dem Jahr 1989 ist die letzte in der Reihe der sechs Klaviersonaten, die radikalste im radikalen Werk der Galina Ustvolskaya. Und es ist eines der letzten Werke der Komponistin überhaupt.
Mela Meierhans „Triton“ aus dem Jahr 1991 ist das Opus 1 der Komponistin, die sich auf die sechs Klavierstücke opus 19 von Arnold Schönberg beruft. Sowohl Ustvolskaya wie Meierhans‘ „Triton“ entwickeln den Verlauf ihrer Stücke aus einer Keimzelle heraus, die zwar ausgeweitet, aber hartnäckig beibehalten wird.
(Ustvolskaya 6. Sonate in einem Satz. Meierhans „Triton 1 + 4 “, sowie die Stücke 4 + 12 aus „Loose Structures“ aus dem Jahr 2006.)

Salvatore Sciarrinos Stück „Perdutto in una città d‘aque“ teilt mit Meierhans Triton das Entstehungsjahr: 1991 – eine weitere Verwandschafts-Spur. Mehr als um menschliches Verlorenheitsgefühl angesichts der unergründlichen Tiefe des unbeweglichen Wassers, geht es Sciarrino um das Bild der stoischen Unendlichkeit der Natur.

Eine geheime Verwandtschaft zum letzten Stück, Johanna Beyers „Music of the Spheres“:
 Johanna Magdalena Beyers „Music of the Spheres“ entstand 1938 als Auftakt der geplanten und nie verwirklichten Oper „Utopia“. Zur Besetzung schreibt das Partituren- Fragment: „Für elektrische Instrumente“, dies im Wissen darum, dass die Elektronik damals noch in den allerersten Kinderschuhen steckte. Der utopische Vorgriff weist also weit in die Zukunft. Der Inhalt des Stückes entzieht sich – wie bei Sciarrino – menschlichen Gefühlen: es ist ein langsam sich steigerndes Kreisen, das sich in der 2. Hälfte auf dem Weg durch die Stratosphären wieder verlangsamt – eingerahmt von Löwengebrüll.

Johann Sebastian Bach komponierte 1717 die Chaconne als Teil seiner zweiten Solo- Geigensonate. Die Chaconne im langsamen Sarabanderhythmus spielt als einziges nicht der Neuen Musik angehörendes Werk eine Sonderrolle in diesem Programm. Es streut seine Magie nach vorn und nach hinten, singulär und monolithisch, als musikalische Architektur ebenso magistral wie dem Ohr zugewandt – zu verstehen als Trauermusik über den Verlust von Schönheit und Sicherheit; hier in der Fassung von Johannes Brahms, der 1879 rund 162 Jahre zurückschaut – zurückhört – und uns die Chance gibt, weitere 140 Jahre später wiederum auf ihn, Brahms, und weiter zurück auf Bachs Botschaft zu hören.

Ein Echolot für die linke Hand allein – Brahms‘ Tribut an J.S. Bach und an Clara Schumanns Kraft und Wendigkeit der linken Hand und wohl auch an die linke Gehirnhälfte!


Der Titel „vertraut – unvertraut“ meines freien Stückes versteht sich als Reflexion über Freiheit, und Gebundenheit, über Zweifel und Ungewissheit als Inspirationsquelle.

Laura Gallati

Als klassisch ausgebildete Pianistin hat sich Laura Gallati lange Zeit vornehmlich auf die Interpretation zeitgenössischer Werke konzentriert. Das Unbehagen an traditionellen Programmritualen und eine über die Jahre gewachsene Neugier an Mischformen (notierte Werke mit nichtnotiert-freien Teilen / zeitgenössische Musiksprache mit eingewebten Bruchstücken älterer Musik) führten zu „komponierten Programmen“ und komponierten Interpretationen. Nach 2000 eröffnete die elektronischen Musik ein weiteres Arbeitsfeld. Diverse elektroakustische Musiken befassten sich mit Fabrik- Produktions- und Labor- und Stadtgeräuschen, u.a. sind Musiken für Filme so entstanden. Hauptakzent der letzten Jahre lag jedoch vor allem in der Suche nach musikalischen Entwicklungen, wie Musik zum inhaltlichen Äquivalent zu Wortbeiträgen des Forum Akazie 3 entwickelt werden könnte.
Zusammen mit Christina Thürmer-Rohr ist Laura Gallati Mit-Begründerin und Mit-Betreiberin des Berliner Forums Akazie für philosophisches, musikalisches und politisches Denken. (http://forumakazie3.de)

Oh-r geht ins Delphi:
HUNTER-TOMPSON-MUSIK

Freitag, 02.02. 2018 20 Uhr

HUNTER-TOMPSON-MUSIK

Erzählung von Judith Hermann
Eurythmie/Schauspiel

Freitag, 02.02. 2018 20 Uhr
ehemaliges Stummfilmkino DELPHI
Gustav-Adolf-Straße 2
13086 BERLIN

Tickets über http://ehemaliges-stummfilmkino-delphi.de, verfügbar ab ca. 20.01.



© Probenfotos: Kjell­‐Johan Häggmark

<HUNTER-­TOMPSON-MUSIK> ein Schauspiel­‐Eurythmie-­Projekt. Es verbindet Bewegung, Szene, Dialog, Erzählung, Musikcollage, Song und Lichtdesign zu einem 70-­minütigen Bühnenstück. Im Zentrum der gleichnamige Text der Berliner Autorin Judith Hermann aus dem Erzählband „Sommerhaus, später“ (1998 S. Fischer Verlag).

Gezeigt wird die Geschichte von HUNTER TOMPSON, Bewohner eines herunter gekommenen New Yorker Hotels, eines Asyls für alte Menschen, von seiner ihn inspirierenden Musik und einer unerwarteten, letzten Begegnung, die seinen Alltag auf den Kopf stellen wird, mit ungewissem Ausgang…



© Reinhard Görner

„Ich fand die Melange von Schauspiel und Eurythmie ganz einzigartig, natürlich auch durch die fließenden Wechsel der Rollen, dies Durchmischen und Verschmelzen (…) erfreut und belebt und befriedigt…“ (Premierenecho Hamburg 5.11.17 / C.G. Berlin)

Das Ensemble HTM Berlin Hamburg verbindet projektbezogen die Darstellerinnen: Charlotte C.Frisch, Bettina Grube, Roswitha Meyer-­Wahl die Regisseure: Kjell­‐Johan Häggmark (Choreografie), Bodo Bühling (Schauspiel), die Komponistin: Mela Meierhans mit der Musik-­‐Collage*) mit Werken von Bach, Meierhans, Mozart, Satie sowie die Kostümbildnerin: Katja Nestle /onnenlinna berlin und
 Stephan Kraske für Lichtdesign/Soundtechnik.

Förderer des Projekts: GLS Treuhand, Verein oh-­r42 e.V. berlin, Stiftung Evidenz CH, Förderstiftung Anthroposophie, Stiftung EDITH MARYON, Damus Donata e.V. sowie Private Spender*innen

*) Die Werke von Bach, Mozart, Satie sind gespielt von Laura Gallati , Klavier (Aufn. 2017), die Werke von Meierhans sind gespielt von Felix Kroll, Akkordeon (Aufn. 2017)

Aufführungsrechte beim S. Fischer Verlag Frankfurt am Main.

25.11.2017: Sabbagh/Ginzery: Tradition-Avantgarde

Farhan Sabbagh: Percussion, Oud

Enikö Ginzery: Psalter, Cimbalom

Tradition-Avantgarde, eine Mischung – neue Musik und trad.arabisch, ungarische Musik

(das Cimbalom hat arabischen Ursprung)

Als Programm (noch nicht detailliert):

trad. arabische Musik, ungarische Musik, eigene Kompositione von Farhan Sabbagh sowie Werke von:

Hans-Joachim Hespos: Elak (mit Elektronik), Gwyn Pritchard: Prozession, Theo Brandmüller: Bilder der Nacht Nr.1.4.

Anmeldungen bitte über unser Kontaktformular

Biographien:

Enikő Ginzery
(Cimbalom, Psalter)

Enikő Ginzery studierte Cimbalom am Konservatorium in ihrer Geburtsstadt Bratislava (1989-1995, in der Klasse von Ludmila Dadáková) und anschließend an der „Franz Liszt Akademie“ in Budapest (1996-2000, in der Klasse von Ilona Szeverényi). Ein Aufbaustudium im Studienfach „Zeitgenössische Musik“ führte sie an die „Hochschule für Musik Saar“ (2002-2005, in der Klasse von Stefan Litwin, Yukiko Sugawara, Andreas Wagner) nach Saarbrücken. In den Jahren 1997 bis 1999 nahm sie mehrmals an Interpretationskursen unter der Leitung von György Kurtág teil.
1995 war sie Preisträgerin als beste ausländerische Teilnehmerin beim internationalen
„Youth Festival in Plovdiv“, Bulgarien, und gewann 1997 den Internationalen Cimbalom Wettbewerb in Valašské Meziříčí in Tschechien.

Seit 1995 führen sie Konzertreisen immer wieder durch Europa und den USA, sowohl als Solointerpretin als auch als Solistin in verschiedenen Orchestern und Kammermusikensembles.
(SWR Sinfonieorchester Freiburg, SWR Sinfonieorchester Stuttgart, Radio Sinfonieorchester Saarbrücken, Radio Symphonieorchester Wien – ORF, Konzerthausorchester Berlin, NDR Sinfonieorchester Hannover, Bremer Philharmonie, Duisburger Philharmonie, Polnisches Nationales Radio-Sinfonieorchester Katowice, Helsinki Philharmonie, Slowakische Philharmonie Bratislava, Orchester der Komische Oper Berlin, Klangforum Wien, Kammerensemble Neue Musik Berlin, Sinfonietta Dresden, Ensemble Musikfabrik Köln, Ensemble Modern, Ensemble United Berlin usw…)
Enikö Ginzery leistet durch ihr – so die Musikkritik – „bahnbrechendes Spiel“ einen
wichtigen Beitrag im Bereich der Musik der Gegenwart und inspiriert zahlreiche
Komponisten zu neuen Werken für Cimbalom. Sie hat u. v. a. mit György Kurtág, Hans-Joachim Hespos, István Láng, Adriana Hölszky, Theo Brandmüller zusammengearbeitet und bislang rund 50 Stücke uraufgeführt. Ihr Repertoire umfasst aber nicht nur Kompositionen der Gegenwart, sondern reicht zurück bis ins Mittelalter. Als Spielerin auf dem Psalter und Salterio (Vorgängern des Cimbaloms ab 13. Jh) konzertiert sie solistisch und in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen.

Wichtige Solokonzerte gab sie unter anderen in Princeton University (USA), Saarlandischer Rundfunk (Saarbrücken), beim „Musik der Jahrhunderte“ (Stuttgart), im Kunststation
St. Peter (Köln), beim „Ostrava New Music Dayes“ (Tschechien), beim Festival Melos-Ethos (Bratislava, Slowakei) im Konzerthaus Berlin, in der Philharmonie Berlin (Uraufführung: Les Noces – Version 1919 von I. Strawinsky), in der Reihe „Attaca“ mit dem SWR Sinfonieorchester Stuttgart (Uraufführung: H. J. Hespos: Psallo – Konzert für Cimbalom und Orchester).
2013 wurde ihr von der Universität Bratislava die Doktorwürde für ihre musikwissenschaftlichen Dissertation über Klangmöglichkeiten und neue Spieltechniken des Cimbaloms verliehen.
Zahlreiche Projekte, Kurse, für Kinder und Studenten sind ebenfalls Teil ihrer künstlerische Tätigkeit. Genannt seien hierbei: „Musik Verstehen“ (Europawoche Hamburg 2005), „Groß und Klein – Hand in Hand“ (Bratislava 2010). Seit 2016 unterrichtet sie an der Leo Borchard Musikschule in Zehlendorf und leitet Projekte -„Kreative musikalische Übungen“ für die Flüchtlingskinder in Berlin.
Ihre erste CD mit dem Titel „Contemporary Music For Cimbalom“ erschien 2001 bei „Slovart records“. In 2013 erschien ihre zweite CD „Overflowing Crystals“ bei „Hevhetia“ mit Werken von (T. Brandmüller, H-J. Hespos, I. Láng, Gy. Kurtág usw…).

Farhan Sabbagh, Komponist und Solist für Ud und Percussion

Der in Syrien geborene Farhan Sabbagh gehört zu den wenigen zur Zeit lebenden Ud-Virtuosen. Außerdem ist er Komponist und ein Meister arabischer Perkussion. Bei seinem Vater und Großonkel, später in Damaskus und Kairo, studierte er Musik und Komposition. 1981 wurde er vom Internationalen Institut für traditionelle Musik (UNO) eingeladen, die arabische Musik in Europa zu präsentieren. Seitdem lebt er in Berlin, wirkte an vielfältigen Projekten mit internationalen Musikern mit und gründete mehrere Ensembles. Berufsmusiker bilden sich gezielt bei ihm weiter. Er blickt auf viele Konzertreisen weltweit und zahlreiche internationale LPs und CDs zurück. www.farhansabbagh.de

Oh-r geht aufs Land 02.09.2017

Musik, Fotografie, Film … und: Kulinarisches!

14 Uhr – Sommerliche Köstlichkeiten vom Grill und vom Salatbuffet

16 Uhr – Konzert in der Scheune

18 Uhr – Film in der Scheune

Ausstellung: Monica von Rosen, Fotografie

 

Nur mit Online-Anmeldung unter www.oh-r42.de.

 

Lieder der Liebe

samstag, 13. mai 2017, 18 Uhr

Atelierkonzert

Mit dem Ensemble Astraia
v.l.n.r.: Barbara Schingnitz, Leslie Leon, Rebecca Ockenden

Rebecca OckendenSopran
Leslie LeonMezzosopran
Barbara SchingnitzMezzosopran
Ziv BrahaTheorbe

mit Werken von Mela Meierhans und Barbara Strozzi:

Mela Meierhans – rajat-i für drei Stimmen und Theorbe
nach ausgewählten Texten aus dem Hohelied Salomos
in hebräischer Sprache (2016/17) Uraufführung, Kompositionsauftrag

Barbara Strozzi: mehrstimmige Vokalmusik

  • aus Il primo libro di madrigali, op. 1 (1644): Sonnetto proemio dell’opera – Le Tre Grazie a Venere
  • aus Cantate, ariette e duetti, op. 2 (1651): Gl’occhi superbi – La riamata da chi amava
  • aus Cantate e ariette, op. 3 (1654): Begli occhi
  • aus Arie a voce sola, op. 8 (1664): Che si può fare

Die glutvoll und lautmalerisch vertonte Liebeslyrik der frühbarocken Komponistin Barbara Strozzi paart sich mit der ins Abstrakte weisenden „lautlichen Verdichtung“ von Mela Meierhans‘ „Rajat-i“: Sprache wird entweder ihrem Inhalt nach musikalisch ausgestaltet oder als Phänomen selbst kompositorisch reflektiert. Theorbe und Stimmen, beide über eine Vielzahl unterschiedlichster Laut- und Geräuschgebungen verfügend, gehen miteinander vielfältige Verbindungen ein, verstärken oder kontrastieren einander. Der Konzertabend schafft so einen bewegten musikalischen Bogen, den das Frauentrio und die Theorbe trägt und lebendig werden lässt.

Seit ihrer Zusammenarbeit bei „Shiva for Anne“, dem 2014 bei der MärzMusik in Berlin uraufgeführten III. Teil der Jenseits-Trilogie von Mela Meierhans, verbindet die drei Sängerinnen Rebecca Ockenden (Sopran), Barbara Schingnitz (Mezzosopran) und Leslie Leon (Mezzosopran) eine teils enge musikalische Zusammenarbeit. Die Gründung ihres eigenen Ensembles Trio Astrea erfolgte Anfang des Jahres 2016. Motivation des Trios ist vor allen Dingen das Streben, innovative und einzigartige Klang- und Höreindrücke in der Verbindung von alter und neuer Musik, auch verknüpft mit übergreifenden Improvisationen, entstehen zu lassen.

 

Zu den MusikerInnen

Rebecca Ockenden
Nach Abschluss ihres Magisterstudiums in Slawistik und Romanistik an der Universität Oxford studierte Rebecca Ockenden Gesang am Centre de Musique Baroque de Versailles. Es folgten zahlreiche Oratorienaufführungen und Soloabende. Unter J.-C. Malgoire debütierte sie am Théâtre des Champs-Elysées in Mozarts Le Nozze di Figaro. Weitere Bühnenerfahrung sammelte sie u.a. in Don Giovanni (Zerlina), Die Zauberflöte (Pamina), Kagels Aus Deutschland, Purcells Fairy Queen an der Opéra de Lyon und in Madrigalen von Gesualdo an der Opéra Garnier, Paris. Als Solistin mit Les Arts Florissants (W. Christie) sang sie Desmarests Grands Motets, Rameaus Zéphyre, Purcells King Arthur und Monteverdis Il Ritorno d’Ulisse in New York, London, Wien, Paris und am Festival von Aix-en-Provence. Ihre Solo-CD von Lautenliedern ist 2011 beim Label Ramée erschienen. Als Interpretin zeitgenössicher Musik trat sie ausser in Mela Meierhans’ Shiva for Anne unter anderem auf der Opernbühne in Werken von Pascal Dusapin und Mauricio Kagel, auf dem Konzertpodium in Werken von Betsy Jolas, François Cattin und Hans-Jürg Meier in Erscheinung. Zurzeit ist sie in Basel wohnhaft und übt in der Schweiz und im Ausland eine rege Konzerttätigkeit aus.

Barbara Schingnitz
Barbara Schingnitz absolvierte nach einem Diplom für Elementare Musikpädagogik das Lizentiat in Musikwissenschaft, neuer deutscher Literatur und Medienwissenschaft an der Universität Basel und studierte parallel dazu Gesang an der Musikhochschule Basel, wo sie mit Auszeichnung abschloss. Wichtige Impulse erhielt sie durch Meisterkurse u. a. bei Peter Schreier, Anne Sofie von Otter, Vesselina Kasarova, Graham Johnson, Michelle Breedt. Sie arbeitet als freischaffende Konzert- und Oratoriensängerin wie auch auf der Opernbühne vorwiegend in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Ihr solistisches Repertoire umfasst Partien vom Barock bis hin zu Uraufführungen von Werken zeitgenössischer Komponisten und zur Realisation unkonventioneller Musiktheaterprojekte durch innovative Formationen. Häufig ist sie auch als Sprecherin und (singende) Schauspielerin tätig, entwickelt Performancekonzepte für unterschiedliche Ensembles und führt Regie.

Leslie Leon
Leslie Leon studierte an der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Ihre Bühnentätigkeit umfasst Konzerte, Liederabende und Partien in Oratorien und Opernproduktionen in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, in den USA, Mexico, Ägypten, Litauen,
u.a. am Lucerne Festival, Theaterspektakel Zürich, Stimmen-Festival Lörrach, La Bâtie Genf, Internationale Festwochen Davos, MaerzMusik Berlin, Wien Modern, Warschauer Herbst, Festival del Centro Histórico de Mexico City, Is-Arti Festival Vilnius. Sie wurde u. a. nach Hannover, Leipzig und Zürich verpflichtet und sang mit Orchestern wie dem Klangforum Wien, dem Gewandhausorchester und dem ensemble für neue musik zürich. Ein weiterer Schwerpunkt in Leslie Leons künstlerischem Schaffen liegt auf der Arbeit als Sprecherin auf der Bühne und für Hörspiel- und Filmproduktionen.
Leslie Leons Repertoire umfasst die wichtigen Konzert- und Opernpartien vom Barock bis zur Moderne; wichtige Schwerpunkte ihrer sängerischen Tätigkeit liegen auf alter und zeitgenössischer avantgardistischer Kammer- und Orchestermusik, sie brachte zahlreiche für sie geschriebene Werke in Musiktheater und Konzert zur Uraufführung. Die Sängerin erhielt Stipendien und Preise u. a. der Bundeskulturstiftung, der ProHelvetia, der Ernst Göhner Stiftung, von Migros Kulturprozent und der Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr, das Pro-Exzellenzia-Stipendium der Europäischen Union und der Stadt Hamburg, ein Stipendium der fmg der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, den „Berliner Kompositionsauftrag 2005“ und das Erasmus-Fellowship der Universität Perugia.
Leslie Leon arbeitet regelmässig auch interdisziplinär für Tanzprojekte und Projekte mit bildenden Künstlern. Leslie Leon hat zur Stimme in der zeitgenössischen Vokalmusik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg promoviert und aktuell eine Professur an der DEKRA Hochschule für Medien Berlin und eine Dozentur an der Hochschule für Musik Leipzig Mendelssohn Bartholdy inne. Als Vocal-Coach ist sie u. a. für das Goethe Institut tätig.

Ziv Braha
Mit 14 Jahren begann Ziv Braha elektrische Gitarre zu lernen, mit 17 Jahren wechselte er zur Laute. Anfänglich nahm er Privatstunden bei Herr Isidoro Roitman, später studierte er bei ihm an der Musikakademie in Jerusalem, die er im Juni 2000 mit dem Bachelor Diplom abschloss. Als Lautenist war Ziv in Israel ein viel gefragter Continuo-Spieler. Er spielte mit jungen Ensembles, Barockorchester, war Begleiter an einem Barockgesangskurs und an Gesangsrezitalen, und unterrichtete Kammermusik an einer privaten Kunstschule. Weiter spielte er in zwei festen Ensembles. Mit einem wurde er an das Brezice Early Music Festival eingeladen, und ein Konzert wurde vom klassischen israelischen Radio Kol Hamusica direkt übertragen. Noch während er in Jerusalem sein Studium beendete, bestand er die Aufnahmeprüfung für das Aufbaustudium an der Schola Cantorum in Basel: im Februar 2001 übersiedelte er dorthin, um in der Lautenklasse von Hopkinson Smith zu studieren. Durch den Meister beeinflusst und inspiriert, begann Ziv mehr und mehr Sorgfalt in die feinen Nuancen des Lautenspiels zu legen. Das weckte sein Interesse für das Solo-Repertoire der Laute und er intensivierte seine Suche nach den edlen und friedensbringenden Kräften der Musik.
So gab Ziv während seinem ersten Studienjahr in Basel Solo-Rezitale auf der Rennaissancelaute in Jerusalem, Basel und in Deutschland. Gleichzeitig begann er Theorbe zu studieren und wurde eingeladen, an den Festwochen für Alte Musik Innsbruck unter der Leitung von René Jacobs in Monteverdis „Orpheo“ mitzuwirken. Im Jahr darauf spielte die gleiche Produktion am Stadttheater Berlin. Er spielte im Sinfonieorchester Luzern unter der Leitung von Howard Arman und mit den Basler Madrigalisten an verschiedenen europäischen Festivals. In Belgien und Holland nahm er mit dem Vlaamsen Opera Orchestra „The Liturgy of Orpheus“ des griechischen Komponisten Yannis Markopoulos auf, spielte mit der Capella Vocale unter der Leitung von Mark Goossens und Solo-Rezitale am Dag Oude Muziek in Alden-Biesen, am Klara Festival in Brüssel und im Fringe-Programm des Festival Oude Muziek Utrecht.
Seit 2010 unterrichtet Ziv Braha Laute an der Musikschule der Schola Cantorum in Basel.

come not near

samstag, 04. märz 2017, 18 Uhr

Atelierkonzert

verschoben vom 19.11.2016

mit dem Duo „Im Goldrausch“
Klarinette Sabina Matthus-Bébié
Akkordeon Felix Kroll

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Das Duo „Im Goldrausch“, Felix Kroll, Akkordeon und Sabina Matthus-Bebie, Klarinette/Bassklarinette liebt besondere und außergewöhnliche Werke für ihre Besetzung. Helmut Oehring hat für das Duo mit dem Werk „Come not near“ (Zitat aus „Sommernachtstraum“,Shakespeare) ein spannendes Hörerlebnis geschaffen. Zeitverschiebung spielt bei Isabelle Mundrys Stück „Spiegelbilder“ eine Rolle. Unterschiedliche Tempoangaben führen die Musiker aneinander vorbei, zueinander oder voneinander weg. In „In die Tiefe der Zeit“ verwebt Toshio Hosokawa auf einzigartige Weise Musik und Natur, östliche und westliche Philosophie ineinander. Seine Intention, Töne entstehen und vergehen zu lassen, Klänge ineinander zu verweben, passt zu dem gesamten Programm des Ensembles. Mela Meierhans‘ Solostück für Klarinette „Narziss und Echo“ schenkt dem Projekt mit der Verwendung von Viertel- und Achteltönen ein außergewöhnliches Klangerlebnis.

Helmut Zapfs „Sommer“ und Iris ter Schiphorsts „Miniaturen“ vervollständigen das abwechslungsreiche Konzept.

Programm

Mela Meierhans(1961*)
„Narziss und Echo“ (2004)
Für Klarinette solo

Mela Meierhans (1961*)
„drift“ (2004)
für Akkordeon solo

Iris ter Schiphorst (1956*)
“Miniaturen” (2008)
Für Klarinette und Akkordeon

Toshio Hosokawa (1955*)
„In die Tiefe der Zeit“ (2001)
Für Klarinette/Bassklarinette und Akkordeon

Isabel Mundry (1963*)
„Spiegelbilder“ (1996)
Für Klarinette und Akkordeon

Helmut Oehring (1960*)
„Come not near“ (2015)
Für Klarinette/Bassklarinette und Akkordeon

Helmut Zapf (1956*)
„Sommer“ (1972)
Für Klarinette in B und Akkordeon

 

Zu den Stücken

Mela Meierhans
„NARZISS UND ECHO“ / 2004
Narziss: Eine Geschichte der Sehnsucht nach Identität / Selbstidentität; nach Aufhebung eines ursprünglichen Zerstreutseins (vgl. Derridas dissémination), die prinzipiell zum Scheitern verurteilt ist. Erkenntnis und Anerkennung des eigenen Selbst sind auf die Wahrnehmung und die Antwortfähigkeit anderer angewiesen.
Echo: Figur, die wenig Beachtung gefunden hat. Die kleine Geschichte einer unbedeutenden Nymphe, die in der Erinnerung nur überlebt hat wegen ihres Zusammentreffens mit Narziss. Überlebt hat sie vor allem im Phänomen der Echolalie, die ein automatisches und sinnloses Nachsprechen von Wörtern meint.
Eine andere Lesart bietet Derrida, der die Verstümmelung der Echo zwar ernst nimmt, aber zeigt, wie auch die Unterworfene die ihr eigenen Mittel nutzen und zu ihrem Vorteil einsetzen kann. Foucaults Machtbegriff. (AUSZÜGE AUS Sidonia Blättler: Skizzen zu Narziss und Echo)
Das Tonmaterial ist aus der Obertonreihe der Töne H und C gewonnen, mit Abweichung von der temperierten Skala. Indem der Halbton in sechs Schritte unterteilt wird, ergeben sich Mikrodistanzen.

drift  /  2004
von widerständen II „drift“
Studie für Akkordeon solo

drift            treiben, wehen, verschwimmen
Strömung
Verwehung
Geschiebe
Richtung, Tendenz

drift off       eindämmen
drift ice      Treibeis
drift sand   Treibsand

Folgendes Erlebnis hat mich bei der Arbeit an dieser Komposition beeinflusst:
Beim Treffen und Ausprobieren mit dem Akkordeonisten erlebte ich die „Sensation“, dass plötzlich die Zeit stillzustehen schien, ich sah zwar, wie der Balg sich bewegte, aber der Klang stand still.
Es war diese ganz langsame Bewegung, die mich faszinierte: ein Driften eben. Ein Driften zwischen Stillstand und Bewegung.
Im Weiteren interessierten mich die Tonhöhenfärbungen, die Schwebungen / Oszillationen und Tonhöhen-Schwankungen auf einem Akkordeon.
Und schließlich die Wiederholung als Stilmittel zu einem „geführten Hören“:
Wie werden musikalisch gleiche oder ähnliche Klang-Einheiten in anderer Reihenfolge und Dynamik gehört? Welche Beziehungen entstehen? Sind Dialoge möglich?

Iris ter Shiphorst
„MINIATUREN“  / 2008
In meiner Jugend war ich ein großer Schumann-Fan, Werke wie ‘Carneval’,  ‘Kreisleriana’ oder  auch  ‘Papillions’ gehörten (und gehören!)  zu meinen Lieblingsstücken. Fasziniert hat mich u. a. ihre Form, diese kurzen aneinander gereihten expressiven Stücke, die doch zusammen gehören.
Die ‘Miniaturen für Klarinette und Akkordeon’ sind von dieser ‘alten Liebe’ inspiriert…
Die Liebe zum Akkordeon wurde durch den finnischen Akkordeonisten Janne Rättyä angefacht, den ich vor vielen Jahren durch einen großen Zufall kennen gelernt habe. Sein Spielen hat mich sofort total begeistert -;  ich war mir bis zu dieser Begegnung überhaupt nicht bewusst, was für wunderbare Möglichkeiten das Instrument ‘Akkordeon’ in sich birgt.
Janne war es auch, der mich zu meinem ersten Solo-Akkordeonstück inspiriert hat…
‘Miniaturen für Klarinette und Akkordeon’ verdanken sich einem Kompositionsauftrag der Klangwerkstatt Kreuzberg (Berlin) und wurden ursprünglich geschrieben für das Duo Nancy Laufer und Jürgen Kupke.

Toshio Hosokawa
„IN DER TIEFE DER ZEIT “  / 2001
Ein Ton entsteht, wird intensiver und verschwindet, vergleichbar mit dem Rhythmus des Werdens und Vergehens in der Natur, dem Atmen der Lebewesen oder den Meereswellen. Dem japanischen Komponisten Toshio Hosokawa ist es wichtig, sich tief in den Ton hineinzuversenken, „vertikal“ die „Landschaft“ eines bestimmten Klanges in all ihren Farben und Schattierungen zu ertasten. Der Komponist verwebt auf einzigartige Weise Musik und Natur, östliche und westliche Philosophie ineinander. Im 1994 komponierten „Die Tiefe der Zeit“ symbolisiert das Cello das männliche Prinzip, das Akkordeon das weibliche sowie die Streicher das Universum, die Luft und die Wolken.

Isabel Mundry
„SPIEGELBILDER“/ 1996
Die Komposition richtet ihren Blick auf die Polyphonien Guillaume Dufays. Beiläufiges kann motivisch werden, jedes Motiv beiläufig, jede Systematik ist vorübergehend und in jeder Auflösung steckt ein Keim des Fortganges. Immer wieder gibt es annähernd kanonische Gebilde, die jedoch wegen Überlagerungen, Verschiebungen oder zeitlicher Verzerrungen niemals reine Wiederholungen entstehen lassen.
So entwickelt sich formal ein imaginärer Dialog. Die Gedanken einander zuspielend, reagiert jedes der beiden Instrumente auf seine eigene Art, einmal konkret, ein anderes Mal assoziativ, und jeweils in seiner ihm eigenen Zeit.

Helmut Oehring
„COME NOT NEAR “ / 2015

You spotted snakes with double tongue,
Thorny hedgehogs, be not seen;
Newts and blindworms, do to wrong;
Come not near our Fairy …
William Shakespeare, A Midsummernight’s Dream

Nur was nicht ist, ist möglich!
Shakespeares Werk ist ein Schrei. Immer wieder.
Er bewegt und zerreißt den Vorhang, der uns von der Wahrheit trennt –
von der »Unwirklichkeit der Realität und der Verheißung, dass der Felsen der Welt
auf dem Flügel einer Elfe gegründet ist« (Scott Fitzgerald).
Musik ist ein solcher Schrei. Die Verse Shakespeares sind ein solcher Schrei.
Klang entstehender Stille und Stummheit. Erstummung.
Erschwiegenes Bild. Sonnenfinsternis. Ein Dröhnen.

Helmut Oehring

 

Zu den MusikerInnen

Sabina Matthus-Bébié, Klarinette
wurde 1975 in San José, Costa Rica geboren. Sie wuchs in Thun, Schweiz auf und machte da ihre erste Ausbildung als Primarlehrerin. Sie studierte danach Klarinette und Bassklarinette an der Hochschule für Musik und Theater Bern/Biel bei Ernesto Molinari. Seit Juli 2004 lebt und arbeitet sie in Netzeband, Ostprignitz und unterrichtet Klarinette an der Kreismusikschule Neuruppin. Sie hat für die Kammeroper Schloss Rheinsberg 2004 in Abyssus – Gregorianische Gesänge und Jazzimprovisation“ mitgewirkt und Orchester der Opernwerkstatt unter der Leitung von Ingo Ingensand gespielt. 2004 gab sie einen Soloabend mit Werken des 20.Jahrhunderts,unter anderem mit Werken von Luciano Berio, Edison Denissow, Louis Cahuzac, Eric Dolphy und dem „Kleinen Harlekin“ von Karlheinz Stockhausen. Sie hat 2008 und 2011 bei den „Intersonanzen“ Potsdam gespielt. Der Komponist Peter Francesco Marino hat für sie ein Konzert für Bassklarinette und Streichorchester „Komm süsses Kreuz“ welches am 20.März 2009 in Hannover uraufgeführt wurde, komponiert. 2010 wurde für sie das „Capriccio“ für Klarinette und Klavier von Siegfried Matthus geschrieben. Das Werk hat sie in 2011 uraufgeführt. Seit 2009 leitet sie auch die Kammermusikreihe „Vier Jahreszeiten“ in Netzeband und hat 2011 erstmals mit namhaften Klarinettisten (Theo Nabicht, Ingolfur Vilhjalmsson, Hans Koch, Claudio Puntin und dem Perkussionisten Alexandre Babel) das Projekt Klarinettenfestival „Carte blanche“ ins Leben gerufen.

Felix Kroll, Akkordeon
Geboren in Ost-Berlin, 3 Jahre vor der Wende, versucht Felix Kroll die Mauer der Vorurteile über sein Instrument zu brechen. Dabei bedient er sich dem weit gefächerten Spektrum seines Instruments von Volksmusik bis zur Avantgarde. Wobei der Kontakt und die Auseinandersetzung mit der Gegenwart stets im Vordergrund steht. Schon früh bringt er Werke Neuer Musik zur Uraufführung und arbeitet mit Komponisten wie Friedrich Goldmann, Georg Katzer, Sidney Corbett, Helmut Oehring, Friedhelm Döhl oder Younghi Pagh-Paan zusammen.

Sein Studium an der Hochschule für Künste in Bremen bei Margit Kern, sowie in Finnland bei Mikko Luoma, gaben ihm die Möglichkeit der intensiven Auseinandersetzung mit einer großen Bandbreite von Werken der Neuen Musik, als auch dem sinnvollen Umgang mit alter Musik aus dem Barock oder der Klassik. Weitere wichtige Einflüsse erhielt er durch die Arbeit mit Gerhard Scherer, Claudia Buder und Geir Draugsvoll (Dänemark).

Er ist Mitbegründer des „RADAR ensemble“, das sich durch einen Brückenschlag zur Performance, Improvisation und multimedialen Konzepten in der Neuen Musik positioniert. Hier konnte er bereits vielfältige Programme mitentwickeln und einige Auftragskompositionen vergeben und Uraufführen. Seit 2009 spielt Felix Kroll in der erfolgreichen Band „Die Grenzgänger“, die das fast vergessene Volksliedgut für die heutige Zeit wieder zugänglich und erlebbar machen. Stilistisch bewegen sie sich dabei zwischen Folk/Chanson, über Blues/Rock, bis zum Swing/Jazz. Neben diesen Projekten konzertiert er in verschiedenen Solo– und  Kammermusikbesetzungen bis hin zu Theater– und Performanceprojekten, für die er bereits eigene Kompositionen anfertigte.

Kontroverse Dialoge

samstag, 24. september 2016, 18 Uhr

Atelierkonzert „Kontroverse Dialoge“

mit
Klavier, KompositionLaura Gallati
KompositionMela Meierhans
Stimme/MezzosopranLeslie Leon

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Eindrücke vom Atelierkonzert am 24.09.2016 © CCF

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Eindrücke vom Atelierkonzert am 24.09.2016 © CCF

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Eindrücke vom Atelierkonzert am 24.09.2016 © CCF

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Eindrücke vom Atelierkonzert am 24.09.2016 © CCF

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Eindrücke vom Atelierkonzert am 24.09.2016 © CCF

Seit über 25 Jahren sind sie im Dialog – und auch mal kontrovers: Laura Gallati und Mela Meierhans verbindet ein langer musikalischer Weg. Das Gesprächskonzert collagiert Schlüsselwerke und Schlüsselthemen ihrer Freundschaft.

„Was ist für uns Musik? Aufgeschrieben, improvisiert, elektronisch? Welchen musikalischen Konzepten folgen wir? Und was haben Text und Musik, Leben, Welt und Politik miteinander zu tun?“ (Laura Gallati)

Musikalisch unterstützt werden die beiden Komponistinnen und Musikerinnen von Leslie Leon, Stimme, die mit beiden seit über fünfzehn Jahren zusammenarbeitet.

 

PROGRAMM

Improvisation

1. Dialog

Orpheus (Stimme solo, Mela Meierhans 1999/2000)

2. Dialog

Essays I – V, Auswahl (Stimme und Klavier, Mela Meierhans, 2005)

3. Dialog

Glasmusik (Laura Gallati 2016)

Penelopeia, Auswahl (Stimme und Live-Elektronik, Mela Meierhans 2016)

4. Dialog

Triton I/VI (Klavier solo,  Mela Meierhans 1989)

(Änderungen vorbehalten)

Penelopeia

donnerstag, 01. september 2016, 18 Uhr

öffentliche GeneralprobePenelopeia // A different story“

Kammermusiktheater von Mela Meierhans für Mezzosopran, Sprecher und Klangschaukel
nach Texten von Margaret Atwood, Homer und Carolin Emcke

Achtung! Ort: TAK Theater Berlin, Kleines TAK

Die Idee zu „Penelopeia“ basiert auf „The Penelopiad“ (deutsch: „Die Penelopiade“), einer Erzählung der kanadischen Schriftstellerin Margaret Atwood: sie schildert die Odyssee aus der Sicht der wartenden Penelope.

Zwanzig Jahre währte Odysseus Abwesenheit aus Ithaka. Zwanzig Jahre warte Penelope auf ihn. In „The Penelopiad“ verschiebt die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood den Fokus des griechischen Mythos weg vom Helden Odysseus und erzählt die Geschichte aus der Sicht der Wartenden, aus der Perspektive Penelopes – der Tochter, Mutter, Ehefrau und handelnden Staatsfrau. Die Komponistin Mela Meierhans verknüpft Atwoods Werk mit Passagen aus Homers „Odyssee“ und Texten der Journalistin, Autorin und Friedenspreisträgerin Carolin Emcke und stellt ausgehend vom Mythos die Frage, wie Menschen mit Krieg und Gewalt umgehen und wie sich davon überhaupt erzählen lässt.

Uraufführung im Rahmen des Musikpodiums Zürich am 10.September 2016. Eine Koproduktion mit dem Kulturmarkt Zürich. Weitere Vorstellungen am 13. und 14. September im Kulturmarkt sowie am 17. und 18. September im Filter4 in Basel.

Einen Trailer zur Werkstattaufführung im atelier oh-r42 vom 30.01.2016 finden Sie hier.

Leslie Leon © Marianne Heide

Eindruck aus der Werkstattaufführung 30.01.2016
Leslie Leon
© Marianne Heide

Besetzung:
PenelopeLeslie Leon
OdysseusDaniel Fueter
Sprecherin im BildBirgit Kolkmann

Komposition und künstlerische Leitung Mela Meierhans
RegieMichaela Dicu
IdeeLotte Greschik
Live-ElektronikDaniel Plewe
Klangschaukel Mela Meierhans
Bühnenraum und LichtgestaltungMariella von Vequel-Westernach
KostümeMarianne Heide
Schmied / Klangobjekte / KlangschaukeldesignHolger Rüdrich
ProduktionsleitungHelena Tsiflidis

Mit finanzieller Unterstützung durch Stadt Zürich – Kultur, Kanton Zürich – Fachstelle Kultur, Ernst Göhner Stiftung, Pro Helvetia, LANDIS & GYR STIFTUNG, Mariann Steegmann Foundation, FONDATION SUISA und oh-r 42 e.V..