Oh-r geht aufs Land 02.09.2017

Musik, Fotografie, Film … und: Kulinarisches!

14 Uhr – Sommerliche Köstlichkeiten vom Grill und vom Salatbuffet

16 Uhr – Konzert in der Scheune

18 Uhr – Film in der Scheune

Ausstellung: Monica von Rosen, Fotografie

 

Nur mit Online-Anmeldung unter www.oh-r42.de.

 

Lieder der Liebe

samstag, 13. mai 2017, 18 Uhr

Atelierkonzert

Mit dem Ensemble Astraia
v.l.n.r.: Barbara Schingnitz, Leslie Leon, Rebecca Ockenden

Rebecca OckendenSopran
Leslie LeonMezzosopran
Barbara SchingnitzMezzosopran
Ziv BrahaTheorbe

mit Werken von Mela Meierhans und Barbara Strozzi:

Mela Meierhans – rajat-i für drei Stimmen und Theorbe
nach ausgewählten Texten aus dem Hohelied Salomos
in hebräischer Sprache (2016/17) Uraufführung, Kompositionsauftrag

Barbara Strozzi: mehrstimmige Vokalmusik

  • aus Il primo libro di madrigali, op. 1 (1644): Sonnetto proemio dell’opera – Le Tre Grazie a Venere
  • aus Cantate, ariette e duetti, op. 2 (1651): Gl’occhi superbi – La riamata da chi amava
  • aus Cantate e ariette, op. 3 (1654): Begli occhi
  • aus Arie a voce sola, op. 8 (1664): Che si può fare

Die glutvoll und lautmalerisch vertonte Liebeslyrik der frühbarocken Komponistin Barbara Strozzi paart sich mit der ins Abstrakte weisenden „lautlichen Verdichtung“ von Mela Meierhans‘ „Rajat-i“: Sprache wird entweder ihrem Inhalt nach musikalisch ausgestaltet oder als Phänomen selbst kompositorisch reflektiert. Theorbe und Stimmen, beide über eine Vielzahl unterschiedlichster Laut- und Geräuschgebungen verfügend, gehen miteinander vielfältige Verbindungen ein, verstärken oder kontrastieren einander. Der Konzertabend schafft so einen bewegten musikalischen Bogen, den das Frauentrio und die Theorbe trägt und lebendig werden lässt.

Seit ihrer Zusammenarbeit bei „Shiva for Anne“, dem 2014 bei der MärzMusik in Berlin uraufgeführten III. Teil der Jenseits-Trilogie von Mela Meierhans, verbindet die drei Sängerinnen Rebecca Ockenden (Sopran), Barbara Schingnitz (Mezzosopran) und Leslie Leon (Mezzosopran) eine teils enge musikalische Zusammenarbeit. Die Gründung ihres eigenen Ensembles Trio Astrea erfolgte Anfang des Jahres 2016. Motivation des Trios ist vor allen Dingen das Streben, innovative und einzigartige Klang- und Höreindrücke in der Verbindung von alter und neuer Musik, auch verknüpft mit übergreifenden Improvisationen, entstehen zu lassen.

 

Zu den MusikerInnen

Rebecca Ockenden
Nach Abschluss ihres Magisterstudiums in Slawistik und Romanistik an der Universität Oxford studierte Rebecca Ockenden Gesang am Centre de Musique Baroque de Versailles. Es folgten zahlreiche Oratorienaufführungen und Soloabende. Unter J.-C. Malgoire debütierte sie am Théâtre des Champs-Elysées in Mozarts Le Nozze di Figaro. Weitere Bühnenerfahrung sammelte sie u.a. in Don Giovanni (Zerlina), Die Zauberflöte (Pamina), Kagels Aus Deutschland, Purcells Fairy Queen an der Opéra de Lyon und in Madrigalen von Gesualdo an der Opéra Garnier, Paris. Als Solistin mit Les Arts Florissants (W. Christie) sang sie Desmarests Grands Motets, Rameaus Zéphyre, Purcells King Arthur und Monteverdis Il Ritorno d’Ulisse in New York, London, Wien, Paris und am Festival von Aix-en-Provence. Ihre Solo-CD von Lautenliedern ist 2011 beim Label Ramée erschienen. Als Interpretin zeitgenössicher Musik trat sie ausser in Mela Meierhans’ Shiva for Anne unter anderem auf der Opernbühne in Werken von Pascal Dusapin und Mauricio Kagel, auf dem Konzertpodium in Werken von Betsy Jolas, François Cattin und Hans-Jürg Meier in Erscheinung. Zurzeit ist sie in Basel wohnhaft und übt in der Schweiz und im Ausland eine rege Konzerttätigkeit aus.

Barbara Schingnitz
Barbara Schingnitz absolvierte nach einem Diplom für Elementare Musikpädagogik das Lizentiat in Musikwissenschaft, neuer deutscher Literatur und Medienwissenschaft an der Universität Basel und studierte parallel dazu Gesang an der Musikhochschule Basel, wo sie mit Auszeichnung abschloss. Wichtige Impulse erhielt sie durch Meisterkurse u. a. bei Peter Schreier, Anne Sofie von Otter, Vesselina Kasarova, Graham Johnson, Michelle Breedt. Sie arbeitet als freischaffende Konzert- und Oratoriensängerin wie auch auf der Opernbühne vorwiegend in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Ihr solistisches Repertoire umfasst Partien vom Barock bis hin zu Uraufführungen von Werken zeitgenössischer Komponisten und zur Realisation unkonventioneller Musiktheaterprojekte durch innovative Formationen. Häufig ist sie auch als Sprecherin und (singende) Schauspielerin tätig, entwickelt Performancekonzepte für unterschiedliche Ensembles und führt Regie.

Leslie Leon
Leslie Leon studierte an der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Ihre Bühnentätigkeit umfasst Konzerte, Liederabende und Partien in Oratorien und Opernproduktionen in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, in den USA, Mexico, Ägypten, Litauen,
u.a. am Lucerne Festival, Theaterspektakel Zürich, Stimmen-Festival Lörrach, La Bâtie Genf, Internationale Festwochen Davos, MaerzMusik Berlin, Wien Modern, Warschauer Herbst, Festival del Centro Histórico de Mexico City, Is-Arti Festival Vilnius. Sie wurde u. a. nach Hannover, Leipzig und Zürich verpflichtet und sang mit Orchestern wie dem Klangforum Wien, dem Gewandhausorchester und dem ensemble für neue musik zürich. Ein weiterer Schwerpunkt in Leslie Leons künstlerischem Schaffen liegt auf der Arbeit als Sprecherin auf der Bühne und für Hörspiel- und Filmproduktionen.
Leslie Leons Repertoire umfasst die wichtigen Konzert- und Opernpartien vom Barock bis zur Moderne; wichtige Schwerpunkte ihrer sängerischen Tätigkeit liegen auf alter und zeitgenössischer avantgardistischer Kammer- und Orchestermusik, sie brachte zahlreiche für sie geschriebene Werke in Musiktheater und Konzert zur Uraufführung. Die Sängerin erhielt Stipendien und Preise u. a. der Bundeskulturstiftung, der ProHelvetia, der Ernst Göhner Stiftung, von Migros Kulturprozent und der Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr, das Pro-Exzellenzia-Stipendium der Europäischen Union und der Stadt Hamburg, ein Stipendium der fmg der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, den „Berliner Kompositionsauftrag 2005“ und das Erasmus-Fellowship der Universität Perugia.
Leslie Leon arbeitet regelmässig auch interdisziplinär für Tanzprojekte und Projekte mit bildenden Künstlern. Leslie Leon hat zur Stimme in der zeitgenössischen Vokalmusik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg promoviert und aktuell eine Professur an der DEKRA Hochschule für Medien Berlin und eine Dozentur an der Hochschule für Musik Leipzig Mendelssohn Bartholdy inne. Als Vocal-Coach ist sie u. a. für das Goethe Institut tätig.

Ziv Braha
Mit 14 Jahren begann Ziv Braha elektrische Gitarre zu lernen, mit 17 Jahren wechselte er zur Laute. Anfänglich nahm er Privatstunden bei Herr Isidoro Roitman, später studierte er bei ihm an der Musikakademie in Jerusalem, die er im Juni 2000 mit dem Bachelor Diplom abschloss. Als Lautenist war Ziv in Israel ein viel gefragter Continuo-Spieler. Er spielte mit jungen Ensembles, Barockorchester, war Begleiter an einem Barockgesangskurs und an Gesangsrezitalen, und unterrichtete Kammermusik an einer privaten Kunstschule. Weiter spielte er in zwei festen Ensembles. Mit einem wurde er an das Brezice Early Music Festival eingeladen, und ein Konzert wurde vom klassischen israelischen Radio Kol Hamusica direkt übertragen. Noch während er in Jerusalem sein Studium beendete, bestand er die Aufnahmeprüfung für das Aufbaustudium an der Schola Cantorum in Basel: im Februar 2001 übersiedelte er dorthin, um in der Lautenklasse von Hopkinson Smith zu studieren. Durch den Meister beeinflusst und inspiriert, begann Ziv mehr und mehr Sorgfalt in die feinen Nuancen des Lautenspiels zu legen. Das weckte sein Interesse für das Solo-Repertoire der Laute und er intensivierte seine Suche nach den edlen und friedensbringenden Kräften der Musik.
So gab Ziv während seinem ersten Studienjahr in Basel Solo-Rezitale auf der Rennaissancelaute in Jerusalem, Basel und in Deutschland. Gleichzeitig begann er Theorbe zu studieren und wurde eingeladen, an den Festwochen für Alte Musik Innsbruck unter der Leitung von René Jacobs in Monteverdis „Orpheo“ mitzuwirken. Im Jahr darauf spielte die gleiche Produktion am Stadttheater Berlin. Er spielte im Sinfonieorchester Luzern unter der Leitung von Howard Arman und mit den Basler Madrigalisten an verschiedenen europäischen Festivals. In Belgien und Holland nahm er mit dem Vlaamsen Opera Orchestra „The Liturgy of Orpheus“ des griechischen Komponisten Yannis Markopoulos auf, spielte mit der Capella Vocale unter der Leitung von Mark Goossens und Solo-Rezitale am Dag Oude Muziek in Alden-Biesen, am Klara Festival in Brüssel und im Fringe-Programm des Festival Oude Muziek Utrecht.
Seit 2010 unterrichtet Ziv Braha Laute an der Musikschule der Schola Cantorum in Basel.

come not near

samstag, 04. märz 2017, 18 Uhr

Atelierkonzert

verschoben vom 19.11.2016

mit dem Duo „Im Goldrausch“
Klarinette Sabina Matthus-Bébié
Akkordeon Felix Kroll

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Das Duo „Im Goldrausch“, Felix Kroll, Akkordeon und Sabina Matthus-Bebie, Klarinette/Bassklarinette liebt besondere und außergewöhnliche Werke für ihre Besetzung. Helmut Oehring hat für das Duo mit dem Werk „Come not near“ (Zitat aus „Sommernachtstraum“,Shakespeare) ein spannendes Hörerlebnis geschaffen. Zeitverschiebung spielt bei Isabelle Mundrys Stück „Spiegelbilder“ eine Rolle. Unterschiedliche Tempoangaben führen die Musiker aneinander vorbei, zueinander oder voneinander weg. In „In die Tiefe der Zeit“ verwebt Toshio Hosokawa auf einzigartige Weise Musik und Natur, östliche und westliche Philosophie ineinander. Seine Intention, Töne entstehen und vergehen zu lassen, Klänge ineinander zu verweben, passt zu dem gesamten Programm des Ensembles. Mela Meierhans‘ Solostück für Klarinette „Narziss und Echo“ schenkt dem Projekt mit der Verwendung von Viertel- und Achteltönen ein außergewöhnliches Klangerlebnis.

Helmut Zapfs „Sommer“ und Iris ter Schiphorsts „Miniaturen“ vervollständigen das abwechslungsreiche Konzept.

Programm

Mela Meierhans(1961*)
„Narziss und Echo“ (2004)
Für Klarinette solo

Mela Meierhans (1961*)
„drift“ (2004)
für Akkordeon solo

Iris ter Schiphorst (1956*)
“Miniaturen” (2008)
Für Klarinette und Akkordeon

Toshio Hosokawa (1955*)
„In die Tiefe der Zeit“ (2001)
Für Klarinette/Bassklarinette und Akkordeon

Isabel Mundry (1963*)
„Spiegelbilder“ (1996)
Für Klarinette und Akkordeon

Helmut Oehring (1960*)
„Come not near“ (2015)
Für Klarinette/Bassklarinette und Akkordeon

Helmut Zapf (1956*)
„Sommer“ (1972)
Für Klarinette in B und Akkordeon

 

Zu den Stücken

Mela Meierhans
„NARZISS UND ECHO“ / 2004
Narziss: Eine Geschichte der Sehnsucht nach Identität / Selbstidentität; nach Aufhebung eines ursprünglichen Zerstreutseins (vgl. Derridas dissémination), die prinzipiell zum Scheitern verurteilt ist. Erkenntnis und Anerkennung des eigenen Selbst sind auf die Wahrnehmung und die Antwortfähigkeit anderer angewiesen.
Echo: Figur, die wenig Beachtung gefunden hat. Die kleine Geschichte einer unbedeutenden Nymphe, die in der Erinnerung nur überlebt hat wegen ihres Zusammentreffens mit Narziss. Überlebt hat sie vor allem im Phänomen der Echolalie, die ein automatisches und sinnloses Nachsprechen von Wörtern meint.
Eine andere Lesart bietet Derrida, der die Verstümmelung der Echo zwar ernst nimmt, aber zeigt, wie auch die Unterworfene die ihr eigenen Mittel nutzen und zu ihrem Vorteil einsetzen kann. Foucaults Machtbegriff. (AUSZÜGE AUS Sidonia Blättler: Skizzen zu Narziss und Echo)
Das Tonmaterial ist aus der Obertonreihe der Töne H und C gewonnen, mit Abweichung von der temperierten Skala. Indem der Halbton in sechs Schritte unterteilt wird, ergeben sich Mikrodistanzen.

drift  /  2004
von widerständen II „drift“
Studie für Akkordeon solo

drift            treiben, wehen, verschwimmen
Strömung
Verwehung
Geschiebe
Richtung, Tendenz

drift off       eindämmen
drift ice      Treibeis
drift sand   Treibsand

Folgendes Erlebnis hat mich bei der Arbeit an dieser Komposition beeinflusst:
Beim Treffen und Ausprobieren mit dem Akkordeonisten erlebte ich die „Sensation“, dass plötzlich die Zeit stillzustehen schien, ich sah zwar, wie der Balg sich bewegte, aber der Klang stand still.
Es war diese ganz langsame Bewegung, die mich faszinierte: ein Driften eben. Ein Driften zwischen Stillstand und Bewegung.
Im Weiteren interessierten mich die Tonhöhenfärbungen, die Schwebungen / Oszillationen und Tonhöhen-Schwankungen auf einem Akkordeon.
Und schließlich die Wiederholung als Stilmittel zu einem „geführten Hören“:
Wie werden musikalisch gleiche oder ähnliche Klang-Einheiten in anderer Reihenfolge und Dynamik gehört? Welche Beziehungen entstehen? Sind Dialoge möglich?

Iris ter Shiphorst
„MINIATUREN“  / 2008
In meiner Jugend war ich ein großer Schumann-Fan, Werke wie ‘Carneval’,  ‘Kreisleriana’ oder  auch  ‘Papillions’ gehörten (und gehören!)  zu meinen Lieblingsstücken. Fasziniert hat mich u. a. ihre Form, diese kurzen aneinander gereihten expressiven Stücke, die doch zusammen gehören.
Die ‘Miniaturen für Klarinette und Akkordeon’ sind von dieser ‘alten Liebe’ inspiriert…
Die Liebe zum Akkordeon wurde durch den finnischen Akkordeonisten Janne Rättyä angefacht, den ich vor vielen Jahren durch einen großen Zufall kennen gelernt habe. Sein Spielen hat mich sofort total begeistert -;  ich war mir bis zu dieser Begegnung überhaupt nicht bewusst, was für wunderbare Möglichkeiten das Instrument ‘Akkordeon’ in sich birgt.
Janne war es auch, der mich zu meinem ersten Solo-Akkordeonstück inspiriert hat…
‘Miniaturen für Klarinette und Akkordeon’ verdanken sich einem Kompositionsauftrag der Klangwerkstatt Kreuzberg (Berlin) und wurden ursprünglich geschrieben für das Duo Nancy Laufer und Jürgen Kupke.

Toshio Hosokawa
„IN DER TIEFE DER ZEIT “  / 2001
Ein Ton entsteht, wird intensiver und verschwindet, vergleichbar mit dem Rhythmus des Werdens und Vergehens in der Natur, dem Atmen der Lebewesen oder den Meereswellen. Dem japanischen Komponisten Toshio Hosokawa ist es wichtig, sich tief in den Ton hineinzuversenken, „vertikal“ die „Landschaft“ eines bestimmten Klanges in all ihren Farben und Schattierungen zu ertasten. Der Komponist verwebt auf einzigartige Weise Musik und Natur, östliche und westliche Philosophie ineinander. Im 1994 komponierten „Die Tiefe der Zeit“ symbolisiert das Cello das männliche Prinzip, das Akkordeon das weibliche sowie die Streicher das Universum, die Luft und die Wolken.

Isabel Mundry
„SPIEGELBILDER“/ 1996
Die Komposition richtet ihren Blick auf die Polyphonien Guillaume Dufays. Beiläufiges kann motivisch werden, jedes Motiv beiläufig, jede Systematik ist vorübergehend und in jeder Auflösung steckt ein Keim des Fortganges. Immer wieder gibt es annähernd kanonische Gebilde, die jedoch wegen Überlagerungen, Verschiebungen oder zeitlicher Verzerrungen niemals reine Wiederholungen entstehen lassen.
So entwickelt sich formal ein imaginärer Dialog. Die Gedanken einander zuspielend, reagiert jedes der beiden Instrumente auf seine eigene Art, einmal konkret, ein anderes Mal assoziativ, und jeweils in seiner ihm eigenen Zeit.

Helmut Oehring
„COME NOT NEAR “ / 2015

You spotted snakes with double tongue,
Thorny hedgehogs, be not seen;
Newts and blindworms, do to wrong;
Come not near our Fairy …
William Shakespeare, A Midsummernight’s Dream

Nur was nicht ist, ist möglich!
Shakespeares Werk ist ein Schrei. Immer wieder.
Er bewegt und zerreißt den Vorhang, der uns von der Wahrheit trennt –
von der »Unwirklichkeit der Realität und der Verheißung, dass der Felsen der Welt
auf dem Flügel einer Elfe gegründet ist« (Scott Fitzgerald).
Musik ist ein solcher Schrei. Die Verse Shakespeares sind ein solcher Schrei.
Klang entstehender Stille und Stummheit. Erstummung.
Erschwiegenes Bild. Sonnenfinsternis. Ein Dröhnen.

Helmut Oehring

 

Zu den MusikerInnen

Sabina Matthus-Bébié, Klarinette
wurde 1975 in San José, Costa Rica geboren. Sie wuchs in Thun, Schweiz auf und machte da ihre erste Ausbildung als Primarlehrerin. Sie studierte danach Klarinette und Bassklarinette an der Hochschule für Musik und Theater Bern/Biel bei Ernesto Molinari. Seit Juli 2004 lebt und arbeitet sie in Netzeband, Ostprignitz und unterrichtet Klarinette an der Kreismusikschule Neuruppin. Sie hat für die Kammeroper Schloss Rheinsberg 2004 in Abyssus – Gregorianische Gesänge und Jazzimprovisation“ mitgewirkt und Orchester der Opernwerkstatt unter der Leitung von Ingo Ingensand gespielt. 2004 gab sie einen Soloabend mit Werken des 20.Jahrhunderts,unter anderem mit Werken von Luciano Berio, Edison Denissow, Louis Cahuzac, Eric Dolphy und dem „Kleinen Harlekin“ von Karlheinz Stockhausen. Sie hat 2008 und 2011 bei den „Intersonanzen“ Potsdam gespielt. Der Komponist Peter Francesco Marino hat für sie ein Konzert für Bassklarinette und Streichorchester „Komm süsses Kreuz“ welches am 20.März 2009 in Hannover uraufgeführt wurde, komponiert. 2010 wurde für sie das „Capriccio“ für Klarinette und Klavier von Siegfried Matthus geschrieben. Das Werk hat sie in 2011 uraufgeführt. Seit 2009 leitet sie auch die Kammermusikreihe „Vier Jahreszeiten“ in Netzeband und hat 2011 erstmals mit namhaften Klarinettisten (Theo Nabicht, Ingolfur Vilhjalmsson, Hans Koch, Claudio Puntin und dem Perkussionisten Alexandre Babel) das Projekt Klarinettenfestival „Carte blanche“ ins Leben gerufen.

Felix Kroll, Akkordeon
Geboren in Ost-Berlin, 3 Jahre vor der Wende, versucht Felix Kroll die Mauer der Vorurteile über sein Instrument zu brechen. Dabei bedient er sich dem weit gefächerten Spektrum seines Instruments von Volksmusik bis zur Avantgarde. Wobei der Kontakt und die Auseinandersetzung mit der Gegenwart stets im Vordergrund steht. Schon früh bringt er Werke Neuer Musik zur Uraufführung und arbeitet mit Komponisten wie Friedrich Goldmann, Georg Katzer, Sidney Corbett, Helmut Oehring, Friedhelm Döhl oder Younghi Pagh-Paan zusammen.

Sein Studium an der Hochschule für Künste in Bremen bei Margit Kern, sowie in Finnland bei Mikko Luoma, gaben ihm die Möglichkeit der intensiven Auseinandersetzung mit einer großen Bandbreite von Werken der Neuen Musik, als auch dem sinnvollen Umgang mit alter Musik aus dem Barock oder der Klassik. Weitere wichtige Einflüsse erhielt er durch die Arbeit mit Gerhard Scherer, Claudia Buder und Geir Draugsvoll (Dänemark).

Er ist Mitbegründer des „RADAR ensemble“, das sich durch einen Brückenschlag zur Performance, Improvisation und multimedialen Konzepten in der Neuen Musik positioniert. Hier konnte er bereits vielfältige Programme mitentwickeln und einige Auftragskompositionen vergeben und Uraufführen. Seit 2009 spielt Felix Kroll in der erfolgreichen Band „Die Grenzgänger“, die das fast vergessene Volksliedgut für die heutige Zeit wieder zugänglich und erlebbar machen. Stilistisch bewegen sie sich dabei zwischen Folk/Chanson, über Blues/Rock, bis zum Swing/Jazz. Neben diesen Projekten konzertiert er in verschiedenen Solo– und  Kammermusikbesetzungen bis hin zu Theater– und Performanceprojekten, für die er bereits eigene Kompositionen anfertigte.

Kontroverse Dialoge

samstag, 24. september 2016, 18 Uhr

Atelierkonzert „Kontroverse Dialoge“

mit
Klavier, KompositionLaura Gallati
KompositionMela Meierhans
Stimme/MezzosopranLeslie Leon

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Eindrücke vom Atelierkonzert am 24.09.2016 © CCF

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Eindrücke vom Atelierkonzert am 24.09.2016 © CCF

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Eindrücke vom Atelierkonzert am 24.09.2016 © CCF

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Eindrücke vom Atelierkonzert am 24.09.2016 © CCF

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Eindrücke vom Atelierkonzert am 24.09.2016 © CCF

Seit über 25 Jahren sind sie im Dialog – und auch mal kontrovers: Laura Gallati und Mela Meierhans verbindet ein langer musikalischer Weg. Das Gesprächskonzert collagiert Schlüsselwerke und Schlüsselthemen ihrer Freundschaft.

„Was ist für uns Musik? Aufgeschrieben, improvisiert, elektronisch? Welchen musikalischen Konzepten folgen wir? Und was haben Text und Musik, Leben, Welt und Politik miteinander zu tun?“ (Laura Gallati)

Musikalisch unterstützt werden die beiden Komponistinnen und Musikerinnen von Leslie Leon, Stimme, die mit beiden seit über fünfzehn Jahren zusammenarbeitet.

 

PROGRAMM

Improvisation

1. Dialog

Orpheus (Stimme solo, Mela Meierhans 1999/2000)

2. Dialog

Essays I – V, Auswahl (Stimme und Klavier, Mela Meierhans, 2005)

3. Dialog

Glasmusik (Laura Gallati 2016)

Penelopeia, Auswahl (Stimme und Live-Elektronik, Mela Meierhans 2016)

4. Dialog

Triton I/VI (Klavier solo,  Mela Meierhans 1989)

(Änderungen vorbehalten)

Penelopeia

donnerstag, 01. september 2016, 18 Uhr

öffentliche GeneralprobePenelopeia // A different story“

Kammermusiktheater von Mela Meierhans für Mezzosopran, Sprecher und Klangschaukel
nach Texten von Margaret Atwood, Homer und Carolin Emcke

Achtung! Ort: TAK Theater Berlin, Kleines TAK

Die Idee zu „Penelopeia“ basiert auf „The Penelopiad“ (deutsch: „Die Penelopiade“), einer Erzählung der kanadischen Schriftstellerin Margaret Atwood: sie schildert die Odyssee aus der Sicht der wartenden Penelope.

Zwanzig Jahre währte Odysseus Abwesenheit aus Ithaka. Zwanzig Jahre warte Penelope auf ihn. In „The Penelopiad“ verschiebt die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood den Fokus des griechischen Mythos weg vom Helden Odysseus und erzählt die Geschichte aus der Sicht der Wartenden, aus der Perspektive Penelopes – der Tochter, Mutter, Ehefrau und handelnden Staatsfrau. Die Komponistin Mela Meierhans verknüpft Atwoods Werk mit Passagen aus Homers „Odyssee“ und Texten der Journalistin, Autorin und Friedenspreisträgerin Carolin Emcke und stellt ausgehend vom Mythos die Frage, wie Menschen mit Krieg und Gewalt umgehen und wie sich davon überhaupt erzählen lässt.

Uraufführung im Rahmen des Musikpodiums Zürich am 10.September 2016. Eine Koproduktion mit dem Kulturmarkt Zürich. Weitere Vorstellungen am 13. und 14. September im Kulturmarkt sowie am 17. und 18. September im Filter4 in Basel.

Einen Trailer zur Werkstattaufführung im atelier oh-r42 vom 30.01.2016 finden Sie hier.

Leslie Leon © Marianne Heide

Eindruck aus der Werkstattaufführung 30.01.2016
Leslie Leon
© Marianne Heide

Besetzung:
PenelopeLeslie Leon
OdysseusDaniel Fueter
Sprecherin im BildBirgit Kolkmann

Komposition und künstlerische Leitung Mela Meierhans
RegieMichaela Dicu
IdeeLotte Greschik
Live-ElektronikDaniel Plewe
Klangschaukel Mela Meierhans
Bühnenraum und LichtgestaltungMariella von Vequel-Westernach
KostümeMarianne Heide
Schmied / Klangobjekte / KlangschaukeldesignHolger Rüdrich
ProduktionsleitungHelena Tsiflidis

Mit finanzieller Unterstützung durch Stadt Zürich – Kultur, Kanton Zürich – Fachstelle Kultur, Ernst Göhner Stiftung, Pro Helvetia, LANDIS & GYR STIFTUNG, Mariann Steegmann Foundation, FONDATION SUISA und oh-r 42 e.V..

Übrigens – By The Way 28.05.2016

samstag, 28. mai 2016, 18 Uhr

Atelierkonzert “Übrigens – By The Way”

une pièce radio-phonique

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mit
Andrea Schieffer Lesung
Thea van WolandText
Kamilya JubranOud und Stimme
Mela MeierhansPräpariertes Klavier

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Kamilya Jubran, Mela Meierhans und Andrea Schieffer, Foto: Charlotte Frisch

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Mela Meierhans, Foto: Charlotte Frisch

Eine Frau schreibt 25 Jahre an ihre beste Freundin in Wien. Diese Briefe sind der Ausgangspunkt für Übrigens.
Ein „Zu-Hörspiel“ dessen Text eine junge Deutsche in der Mitte der sechziger Jahre portraitiert die durch die Tatsache einer ungewollten Schwangerschaft ihr Streben, ihre Ziele und Träume mit einer unvereinbaren Realität konfrontiert sieht.

Der Versuch das Bild einer Mutter zu zeichnen, die Umrisse einer Abwesenden zu fassen. Der Versuch einer unmöglichen Begegnung.

Übrigens ist der Versuch das Rohmaterial mit den höchst subtilen und originellen Klangwelten der Komponistinnen Mela Meierhans und Kamilya Jubran zu verflechten. Intimität mit Unendlichkeit konfrontieren.

Wie hört man Haut? Was hört man unter der Haut? Wie hallen Träume wider? Welche Rhythmik hat die Enttäuschung? Welche Geschwindigkeit die Langeweile? Können Klang, Wort und Sinn sich verflechten? Verweben? Wo findet es statt?

Übrigens will eine Untersuchung dieser Innenwände, dieser Membranen realisieren.

————————————————————————————————–

Une femme écrit pendant 25 ans à sa meilleure amie à Vienne.

Cette correspondance est le point de départ du projet Übrigens. Une pièce à entendre dont le livret dresse le portrait d’une jeune allemande du milieu des années soixante, que sa condition de mère célibataire pousse dans une réalité incompatible avec ses aspirations, ses rêves et projets de vie. C’est la tentative de tracer un portrait de mère, de saisir les contours d’une absente. La tentative d’une rencontre impossible.

Übrigens tente de tisser son matériau brut avec l’univers sonore sophistiqué et délicat des compositrices  MMeierhans et KJubran, pour explorer l’intime face à l’infini. Comment écoute-t-on la peau ?

Qu’est-ce que l’on entend en-dessous de la peau? Comment résonne l’origine du rêve? Quelle est la rythmique de la déception? Quelle peut être la vitesse de l’ennui?

Le son, le mot et le sens, peuvent-ils s’entrelacer? Se tisser? Où cela a-t-il lieu?

Übrigens se veut une visite de ces parois, de ces membranes.

 

 

Andrea Schieffer - Schauspiel

Andrea Schieffer – Schauspiel

…ist geboren in Hamburg. Lebt und arbeitet seit über 25 Jahren in Paris. Schauspielerausbildung am Conservatoire National Supérieur d’Art Dramatique.

War auch beschäftigt als:

  • Lektorin für Hörspiel bei France Culture / Radio France
  • dramaturgische Beratung für die compagnie les piétons de la place des fêtes
  • dramaturgische Beratung /assistenz für die compagnie bagages de sable
  • Lektorin „deutsch“ bei Gallimard
  • Schauspieler-Coaching auf Deutsch und Englisch
  • Kuratorin der Gretchenstrecke und Installation Recht-Egg-Klang-Bild für den „Osterspaziergang“ Frankfurt/Main
Kamilya Jubran - Komposition

Kamilya Jubran – Komposition

…ist eine palästinensische Sängerin und Instrumentalistin, die seit vielen Jahren in Paris lebt. Sie singt auf Hocharabisch und vertont moderne arabische sowie ins Arabische übersetzte Gedichte. Seit 2000 tritt Kamilya Jubran nicht nur in arabischen Ländern, sondern auch in Europa mit unterschiedlichen eigenen Musikprojekten (Mahattaat, Wameedd) und einem Soloprogramm auf. Neben eigenen Songs enthält ihr Programm Gedichtvertonungen verschiedener Autoren.

www.kamilyajubran.com

Mela

Mela Meierhans – Komposition

Penelopeia-Fragmente 30.01.2016

Samstag, 30. Januar 2015 um 18 Uhr

Werkstattaufführung
mit Texten von Margaret Atwood, Carolin Emcke und Homer

Mela Meierhans – Komposition
Leslie Leon – Mezzosopran
Daniel Fueter – Sprecher
Lotte Greschik – Regie
Michaela Dicu – Dramaturgie
Jonas Siepmann – Live-Elektronik, Mitarbeit Klangschaukel
Mariella Vequell von Westernach – Lichtgestaltung, Bühne
Holger Rüdrich – Instrumentenbau
Marianne Heide – Kostüm
Birgit Kolkmann – Sprecherin (Texte von Carolin Emcke)

Zwanzig Jahre lang währte Odysseus’ Abwesenheit aus Ithaka. Zwanzig Jahre lang wartete die brave Ehefrau, Penelope, auf ihren Mann, zog den gemeinsamen Sohn auf und wehrte sich gegen die aufdringlichen Freier, die Odysseus’ Platz einnehmen wollten. Dies alles erzählt Homer in seiner „Odyssee“ und doch stellt sich die Frage, ob wir wirklich die ganze Geschichte kennen. In ihrer 1982 erschienenen Novelle „The Penelopeiad“ erzählt die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood den Mythos aus der Perspektive der Wartenden und lässt die Frauen zu Wort kommen, die in der Heldengeschichte Homers ein Statistendasein fristen.

Die Komponistin Mela Meierhans verknüpft Atwoods Werk mit Übersetzungen aus Homers „Odyssee“ und neuen Texten der Journalistin und Autorin Carolin Emcke, um die Beweggründe der Protagonisten im Mythos offen zu legen. Sie zeigt Penelope als Tochter, Mutter und Ehefrau, als handelnde Staatsfrau, die in Odysseus Abwesenheit seine Geschäfte weiterführt. Sie gibt den durch Odysseus getöteten Mägden eine Stimme, sucht nach der Antriebsfeder in seinem Handeln und befreit ihn von der Bürde des mythologischen Helden.

Die erste Werkschau in diesem Jahr gab einen exklusiven Einblick in das vielschichtige Projekt, das als Uraufführung im September 2016 im Rahmen des Musikpodiums Zürich, in Koproduktion mit dem Kulturmarkt Zürich gezeigt wird.

Leslie Leon © Marianne Heide

Leslie Leon
© Marianne Heide

Daniel Fueter © Marianne Heide

Daniel Fueter
© Marianne Heide

Bewegte Stimme 21.11.2015

Samstag, 21.november 2015, 18 Uhr

Ausschnitte aus dem Soloprogramm von Bettina Grube

“tsuya studies” für Stimme und Tanz

sowie der Ausstellung „schriftbilder“ von Anna Maria Bürgi

 

Aus dem Solo-Programm von Bettina Grube:

„Die Alte“ von Botho Strauss (*1944) aus:

“Erinnerung an einen, der nur einen Tag zu Gast war“ mit „Dream Images“ aus Makrokosmos von George Crumb (*1929), aus dem Programm des MondEnsembles “Viele Scherben wenig Schaden“.

Botho Strauß schildert in poetischer Sprache eigene Erfahrungen. Eine alte Frau lebt zurückgezogen, ganz eingesponnen in ihrer Erinnerungswelt und erkennt die Tochter nicht mehr. Ein Hinübergleiten der Mutter in eine andere Welt und das Erwachen in ihr beschließen dieses Seelengemälde.

Adagio von Franz Schubert (1797-1828) aus der Sonate in c-moll, Deutsch-Verz. 958

Eine eurythmisch musikalische Bewegungs-Interpretation.

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Bettina Grube – Eurythmie

Bettina Grube blickt heute auf eine langjährige Bühnentätigkeit als freischaffende Eurythmistin zurück. Sie war tragendes Mitglied von Ashdown Eurythmy, von Tierkreis-Projekt zur documenta IX und Mitbegründerin des MondEnsembles. Ausgebildet zur Sprachgestalterin und Eurythmistin hat sie über 30 Jahre hinweg in einer Vielzahl von Bünenprojekten mitgewirkt. Als erfahrene Dozentin hat sie die in 2007 neu eröffnete Hamburger Eurythmieausbildung 4.D raum für eurythmische ausbildung und kunst mit initiiert.

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Roswitha Meyer-Wahl – Sprache

Roswitha Meyer-Wahl ist seit 1980 als Sprecherin und Schauspielerin immer wieder für die Eurythmie (Eurythmie-Bühne Hamburg, MondEnsemble u.a.) tätig. Unterschiedlichste szenische Literaturprojekte sind im Laufe der Zeit zusammen mit Kollegen entstanden. Sie ist als Dozentin für Sprachgestaltung und Theater am Seminar für Waldorfpädagogik in Hamburg tätig und bringt regelmäßig Inszenierungen mit Laien auf die Bühne.

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Karin van Buiren – Klavier

Karin van Buiren unterrichtete nach Konzerttätigkeit im In- und Ausland viele Jahre als Dozentin für Klavier und Pädagogik am Hamburger Konservatorium und an der Musikhochschule Lübeck sowie am Musikseminar Hamburg. Fortbildungskurse für Pianisten führen sie regelmäßig nach Russland und Japan. Heute ist sie Mitglied des Leitungsteams von MenschMusik Hamburg und unterrichtet dort Klavier, Korrepetition und Instrumentalpädagogik.

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Rob Barendsma – Regie, Choreographie, Kostüme

Rob Barendsma übte 15 Jahre lang eine eurythmische Lehrtätigkeit aus (Schule für Eurythmische Art und Kunst Berlin, Eurythmie-Schule Hamburg, Alanus-Hochschule Alfter). Er arbeitete freiberuflich als Choreograph, Kostümbildner, Komponist und Regisseur sowohl für Eurythmieproduktionen als auch für Tanzprojekte, Musicals und für das Fernsehen. Als Kostümbildner arbeitete er in Holland mit namhaften Künstlern wie Hans van Manen und Jiri Kilian zusammen. Heute lebt er in Spanien und ist als Choreograph und Kostümbildner international tätig. Er realisierte u.a. die Eurythmieproduktion Mimage (2003), als auch Musicals in Spanien und Korea (DisneyWorld). Darüber hinaus ist er als Gastdozent in der Ausbildung von Eurythmisten an der Alanus Hochschule tätig.

 

tsuya studies für Stimme und Tanz, stellt eine Vorarbeit für den vierten Teil der Jenseitspentalogie, tsuya (Nachtwache), dar.

Ein sehr persönlicher und wichtiger Bezug der Komponistin zu japanischer Kultur und Religion besteht seit ihrer Kindheit: Durch ihre Mutter, die Malerin und Zazen-Praktizierende Anna Maria Bürgi, wurde sie früh mit der strengen Meditationspraxis des Zazen und der abstrakt erweiterten Kalligraphie vertraut gemacht, die so auch Teil ihres eigenen Lebens wurden. Das Bühnenbild von „tsuya“ soll aus diesem Grund mit den Bildern der Malerin gestaltet werden. Im Atelier zeigen wir an diesem Wochenende bereits eine Auswahl an neuen Schrift-Bildern der Malerin.

Unbenannt

Im Mittelpunkt dieses vierten Teiles der Pentalogie steht tsuya, die nächtliche Totenwache der Verwandten und Freunde des/der Verstorbenen. In Fortsetzung der künstlerischen Recherchen zum ersten, zweiten und dritten Teil der Pentalogie, Tante Hänsi, Rithaa und shiva for anne liegt der Fokus nun auf Toten- und Trauerritualen des Buddhismus und Shintoismus. Hieraus soll für tsuya eine musikalische Form für Kammerensemble entwickelt werden.

Wir zeigen eine Studie für Tanz und Stimme, die mit einem einzigen haiku[1] – in deutscher sowie in japanischer Sprache – arbeitet und dieses in zwölf verschiedenen Variationen vertont.

Blätter fallen nie

vergebens – überall

der Klang der Glocken

uso ni chiru
ha mo nashi yomo no
kane no koe

嘘に散る 葉も無し四方の 鐘の声

Das haiku stammt aus einer Sammlung von Todesgedichten japanischer Zenmeister_innen.

Das für die Komposition ausgewählte stammt von

CHORI, Zenmönch,

gestorben am neunzehnten tag im zehnten monat 1778 im alter von neununddreissig jahren[2]

Es ist wohl einzigartig, dass es in Japan eine Tradition gibt, welche – anstelle eines Testamentes –   ein Abschiedsgedicht an das Leben verfasst.

Untersucht wird hier die Möglichkeit, Tanz nicht als Abbild von Musik oder Sprache darzustellen, d.h. nachzuempfinden, sondern beide Elemente, Tanz und Stimme, werden wie ZWEI eigenständige Instrumente behandelt.

Der Tanz wird (in der Partitur) genau wie die Stimme notiert, mit Intervallen oder Buchstaben oder auch Bewegungsskizzen. Es werden auch Laut- und Toneurythmie vermischt, manchmal in einer auch nur kurzen Sequenz hin- und hergewechselt, je nachdem, womit sich die Spannung, der Inhalt, die Form an dieser Stelle am besten vermitteln lässt.

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tsuya XII

Die Tänzerin kann dabei auch Eigeninitiative einsetzen, sie bekommt einen autonomen Spielraum, in dem sie die Bewegung im Raum, die Wege, Orte – d.h. die Choreografie (Bettina Grube) – mitgestalten kann, ja soll, da ihre Erfahrung nicht notiert werden kann (zumindest nicht von der Komponistin); Mela Meierhans kann dazu nur Anregungen geben, z. B Anweisungen wie „möglichst statisch“ oder „schnelle Abfolge“ etc.

Der Gesang soll sich auch in die Bewegung hinein begeben und umgekehrt, die Tänzerin spricht stellenweise auch.

“Was mich insbesondere fasziniert ist, dass ich so ‘Stille komponieren’ kann.

Ich habe nun das haiku in den Teilen I-VI traditioneller – d.h. ohne Improvisationsspielraum – notiert. In den Teilen VII-XII habe ich eine ähnliche Struktur gewählt, bin aber freier mit der Notation umgegangen, was immer auch eine größere Mitgestaltung der Ausführenden bedeutet. Die Teile VII-XII sind somit Variationen der Variation…

I-VI sind auch meditativer gehalten als VII-XII, welche mehr in den Raum hineingreifen.

Die inhaltliche Umsetzung des haikus hat aber noch nichts mit dem Totengedenken – Teil IV der Jenseitspentalogie – zu tun, sondern soll aufgrund der Erfahrungen mit diesen Studien weitergeführt werden.” Mela Meierhans

mit

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Mela Meierhans – Komposition

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Charlotte Frisch – Bewegung   © Charlotte Fischer

Leslie Leon

Leslie Leon – Stimme, Mezzosopran

Bettina Grube – choreografische Umsetzung, Regie
Katja Nestle – Kostüme

[1] traditionelle japanische Gedichtform; gilt als die kürzeste Gedichtform der Welt

[2] Die Kunst des letzten Augenblickes, Yoel Hoffmann, Herder, s.116

Atelierkonzert und Ausstellung 19. und 20.09.2015

Samstag, 19. September 2015, 18 Uhr KOnzert und ausstellung
sonntag, 20. september 2015, 12-18 Uhr ausstellung

Atelierkonzert “Fragmente – Konstellationen II” und Ausstellung
Laura Gallati & Leslie Leon | mit Malerei von Bignia Corradini

Mela Meierhans (*1961) – A-a (1999/2000, nach einem verborgenen Text)
Franz Schubert (1797-1828) – Schwanengesang (1828, nach Texten von Ludwig Rellstab und Heinrich Heine)

mit:
Laura GallatiKlavier                                                                                                         Leslie LeonMezzosopran

Leslie Leon und Laura Gallati arbeiten seit Jahren an Programm-Konzepten, die zeitgenössische und klassische Liedliteratur miteinander konfrontieren, verändern, erweitern, verfremden und schon Bekanntes in ein anderes Licht tauchen wollen.

Programmfolge
A-a I

Liebesbotschaft (Ludwig Rellstab)

Kriegers Ahnung (Ludwig Rellstab)

Frühlingssehnsucht (Ludwig Rellstab)

A-a II

Ständchen (Ludwig Rellstab)

Aufenthalt (Ludwig Rellstab)

In der Ferne (Ludwig Rellstab)

Abschied (Ludwig Rellstab)

A-a III

Der Atlas (Heinrich Heine)

Ihr Bild (Heinrich Heine)

Das Fischermädchen (Heinrich Heine)

A-a IV

Die Stadt (Heinrich Heine)

Am Meer (Heinrich Heine)

Der Doppelgänger (Heinrich Heine)

A-a V

 

A-a – Version für Stimme und präpariertes Klavier

Das fünfsätzige Werk bezieht sich auf ein nicht genanntes Gedicht von Ingeborg Bachmann. Mit A-a macht Mela Meierhans den Schritt in eine neue Werkphase. Es markiert im Schaffen der Komponistin den Übergang von Melodie und Durchführung zum Fragment und zur Netzstruktur, vom Vokalklang zum Geräusch.

„[Die] Linien und Melodien und Schichten […] haben angefangen, mich zu behindern und zu stören. Und das zu zerstören ging nur, indem ich das erst einmal anders notiert habe.“ Mela Meierhans

Anfangs- und Schlusssatz, Einklang und Ausklang, ebenso wie der Mittelteil, Zwischenklang, korrespondieren formell und strukturell miteinander. Perkussion und Stimme sind klanglich homogen gedacht. Sie heben sich von den in der musikalischen Gestik vollkommen andersartigen Teilen II und IV ab.

Der Text ist nur als Subtext vorhanden. Pro Wort konzipiert die Komponistin jeweils ein musikalisches Fragment, dieses trennt sie in Silben und Phoneme, ändert deren Reihenfolge und chiffriert den Text auf diese Weise. Die Ausführung bestimmt die Sängerin. Jedem Fragment sind drei weitere stimmliche Parameter zugeordnet, die die Dynamik, Tonveränderungen durch Glissandi, Stimmtechnik bzw. –färbung betreffen. Hier bestimmt die Komponistin die Parameter Dauer des Fragmentes in Sekunden durch mehrere Variationen der Fibonacci-Reihe. Teil II und IV des Werkes sind als interaktive Partituren zu verstehen. Das Tonmaterial ergibt sich durch Umwandlung ausgewählter Buchstaben in Töne.

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Abb. C 7: A-a, Stimme, II,1, Fragment 4

Ein wichtiger Aspekt der Komposition ist die für das Werk der Komponistin neuartige, experimentelle Notationsweise. A-a ist auch ein Notationsexperiment. Ihr geistiger und kreativer Hintergrund hat nicht nur Auswirkungen auf dieses Werk, sondern eröffnet eine ganze Schaffensphase, die explizit den Verzicht auf Linien und Melodien postuliert.

Leslie Leon

 

Schwanengesang

Der „Schwanengesang“ ist nach „Die schöne Müllerin“ und „Winterreise“ Schuberts dritter und letzter Liedzyklus, geschrieben wenige Monate vor seinem Tod 1828.

Schubert bleibt auch da der Wanderer am Abgrund. In den sieben Texten von Ludwig Rellstab und den sechs von Heinrich Heine – ernst und sehnsüchtig bei Rellstab, ironisch-abgründig bei Heine – dreht sich viel um Heimat, um Abschied und Ferne: so in „Liebesbotschaft“, „Kriegers Ahnung“, „Aufenthalt“, „In der Ferne“, „Abschied“ im ersten Teil. („…es ist keine Heimat hier, sondern eine erinnerte. Nirgends ist Schubert der Erde ferner, als wo er sie zitiert“ Th.W. Adorno);  phantasmagorischer dann im zweiten Teil: in „Der Atlas“ und „Die Stadt“ werfen Schubert und Heine einen verzweifelten Blick auf die Unerträglichkeit der Welt, während „Ihr Bild“ und „Das Fischermädchen“, auch „Am Meer“ Heines gebrochenen Umgang mit Liebesverlust in Schuberts kongenialer Ausweitung davon aufzeigen. Die innere Zerrissenheit, das unbestimmte Sehnen durchziehen den ganzen Zyklus. „Schwanengesang“ ist also insgesamt schon weniger geschlossen als  „Die schöne Müllerin“ und „Die Winterreise“; zudem unterscheiden sich der erste und zweite Teil des letzten Schubertwerkes. Des Kriegers Ahnung von nicht realem Liebesglück, jedoch realer Todesangst, oder die scheinbare Idylle des Ständchens, bewegen sich, mehr in der Musik als im Text, in immer existenziell bedrohten Träumen. Jedoch erst bei den Heine-Vertonungen im zweiten Teil kippt dieses sich aus Unglück hinwegträumen um in zwei der schwärzesten Werke der Liedliteratur überhaupt. Das Lied „Die Stadt“ ist ein visionärer Entwurf in die musikalische Zukunft: die dem Wellenschlag abgelauschte monotone Bewegung des Klavierparts könnte hundert Jahre später bei Debussy stehen, scharf kontrastiert gezackten Trauermarsch in Stimme und Klavier in beethovenschem c-moll. Beim „Doppelgänger“ kündigt sich schließlich Zerrüttung pur an – das Ende ohne Perspektive. Geschwunden ist der letzte Hoffnungsschimmer und aller falsche Trost, dass es nur ein Traum sein könnte: Die Klavierbegleitung konzentriert sich auf eine sechsmal wiederholte, auf der Stelle tretende Abfolge von vier kahlen Akkorden (eine Referenz an das B A C H – Motiv) – die Zeit des Singens war für Schubert damit endgültig vorbei.

Laura Gallati

 

Bignia Corradini wurde 1951 in Zürich geboren und lebt seit den 70er Jahren in Berlin. An der UdK Berlin studierte sie Malerei bei Prof. Hermann Bachmann. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Ihre Werke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. Auftragsarbeiten im Bereich Kunst und Architektur. Für weitere Informationen: http://www.bigniacorradini.ch/

Fallen_150x 170cm_2015                                         »Fallen«, 150 x 170cm, Acryl auf Leinwand, 2015. © Bignia Corradini

Musik und Malerei brauchen einander nicht zwingend. Aber bei manch einem klingt es in den Ohren, während er mit den Augen durch ein Gemälde wandert und verschiedenartige Farbelemente sieht. Im Hören von Musik sehen andere vor ihrem inneren Auge Farben oder Bewegungen im Raum, sich selbst oder Stücke von Welt.

Bignia Corradini hat das Atelierkonzert von Leslie Leon und Laura Gallati schon einmal gehört und Werke ausgesucht, die sich anbieten, um wechselseitige Bezüge zwischen Musik und Malerei entdecken zu können.

Können wir im Sehen und Zuhören unsere Sinne schärfen für das Hören und Sehen? Beeinflusst die Wahrnehmung der einen Kunst, wie wir die andere erleben? Was lässt sich gegenüberstellen? Das können visuell und akustisch einzelne Partikel oder Splitter sein, aber auch rhythmische Abfolgen, Dynamiken, Passagen. Sowie man bei den Liedern manchmal mehr auf die Stimme hört und der Gesamtklang transparent wird, so treten auch in den Bildern Geflechte und Bewegungen mal deutlicher hervor oder ziehen sich wieder zurück in die Gleichzeitigkeit der Farbelemente. Scharfkantig setzen sich einzelne Flächen in den allmählichen und den unvermuteten Übergängen voneinander ab. Ebenso nehmen wir im Konzert nicht nur die einzelnen Stücke wahr, sondern achten auch auf die Art der vielfältigen Übergänge zwischen den Liedern von Franz Schubert und zwischen Schuberts romantischen und Meierhans´ zeitgenössischen Werken.

…»Ein Anschießen von Widersprüchen, Kontrasten, Ungleichartigem, das im Aufeinandertreffen momentan verharrt, stockt. Die Bilder stocken, ihre Bewegtheit liegt ganz und gar im Stocken, geht darin auf. Stockend erscheinen sie bewegt. Eine äußerste Versammlung von Dynamik in der wechselseitigen Brechung der Bildelemente«…  (Robert Kudielka, zur Malerei von Bignia Corradini, Herbst 2000).

Buchvernissage, Ausstellung und Konzert 30.05.2015

Samstag, 30.Mai 2015, 18 Uhr

Buchvernissage, Ausstellung und Konzert
„EXPIRER“

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Anna Maria Bürgi und Claudia Sutter am 30. Mai 2015 © Johanna Gisela Bechen

 

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(Tryptichon) „Nirgends wohnen nur im Wort 7“ 2011/12 (©ccf)

Anna Maria Bürgi Malerin, Buchvorstellung
Claudia Sutter Komposition, Klavier und Rezitation

Am 30. Mai 2015 präsentierte Anna Maria Bürgi ihren neuen Bildband „EXPIRER“ (Ausatmen), mit Tagebuchauszügen von 1974 bis 2013

Claudia Sutter sang, spielte und sprach Anna Maria Bürgis Tagebuchtexte. Sie hüllt sie ein in einen poetisch durchlässigen Mantel aus Musik. Sie schafft musikalische Untergrund-Flächen und Hintergründe, die Gesagtes vertiefen oder kontrapunktieren. Dabei werden die Inhalte reflektiert in Tontupfern, akkordischen Bändern, sowie Geräuschhaftem, in Linienfäden und Liedfragmenten.

Aufgeschrieben und zu Bild gebracht, hat sie diese Notizen auf Reisen nach Kairo und New York. Aber auch an ihrem heutigen Lebens- und Schaffensort Vaux La Douce in Frankreich. «Das letzte Ausatmen ihres 2011 verstorbenen Mannes Kurt Meyerhans gab ihr die Kraft für das nun vorliegende Werk.» Anna Maria Bürgi selber sagt es so: «Nahe Menschen verabschieden sich für immer. Ich bleibe zurück, noch lebe ich. Ich atme aus, ich atme ein. Und dieses EINATMEN ist so stark, dass ich das LEBENDIGE dieser Botschaft in Farbe und Sprache weitergeben möchte.»

Der Leser begleitet die Künstlerin vorerst nach Kairo (2007). In klassischer Geradlinigkeit, aber unglaublich farbig ihre Tagebuchblätter vom Land der Pyramiden. Anna Maria Bürgi selber schreibt dazu: «Ich fand eine neue Bildsprache, Strenge der Komposition, verwendete sogar Scotch-Bänder, weil sonst alles so ausfliessend war. Mein Herz sprang über.»

Ganz anders der Aufenthalt in New York 2010. Anna Maria Bürgi schwärmt: «Ich flog über Meer, Städte, Weiten und fand eine neue Bildsprache in New York.» Aber eben auch: «Die Weltmacht überzeugt mich in ihrem politischen Verhalten nicht.» Die Bildeinträge sind voll Leben. Explosiv, widersprüchlich auch. Im dritten Teil des Buches kehrt Beschaulichkeit ein. Die Künstlerin ist nun in Vaux la Douce und hält fest: «Die Natur ist meine RESSOURCE.»

Und da findet die Obwaldnerin denn bei Bildern von einzigartiger Schönheit und Dichte Worte, die einen ebenso leicht trösten wie erschrecken mögen: «Die Zeit ist meine Uhr ohne Zeiger, sonst werde ich verrückt.» (Romano Cuonz, Neue Zuger Zeitung, 14.03.2015)

Die komplette Rezension der Neuen Zuger Zeitung (13.03.2015): 13.3.15_NeueZugerZeitung amb

Mehr Informationen zum Leben und Schaffen von Anna Maria Bürgi unter www.annamariabuergi.ch

Bestellung des Bildbands „EXPIRER“

 

Claudia Sutter

Die Pianistin, Sängerin, Komponistin, Lyrikerin und Sprecherin, erhielt ihre Ausbildungen an den Hochschulen Basel und Luzern und ist Trägerin des Edwin Fischer-Gedenkpreises für Klavier. Sie spielte als Pianistin des Trio Basilea bis 2011 (internationale Preise und weltweite Konzerttätigkeit/CDs.)

Als Komponistin schrieb sie Werke wie unfassbar – die Hommage an den Komponisten Robert Suter (CD 2012 beim Guild-Verlag, London), die Kammeroper Lancelot bist du tot, Uraufführung 2013 in der maison 44 Basel, opus.epos, der Liederzyklus auf Verse von Publius Ovidius Naso, Nelly Sachs und Claudia Sutter, Uraufführung 2013 in Le Salon bleu, Basel sowie Lieder und Chants. Am Tag der Poesie im September 2013, 14 war Claudia Sutter mit Lesungen ihrer Gedichte zu Gast.

Sie ist seit 1998 Künstlerin und Veranstalterin von Le Salon bleu, wo die Kombination Konzert / Lesung seit Beginn Grundlage ihrer Programme war. Die Soirées umfassen Hommages an Künstler, Dichter, Denker und autonome Produktionen: u.a. Hommages an Victor Hugo mit „Choses vues“, an Anton Kuh mit „von Goethe abwärts“, Lilli Kraus mit „die grosse Unbekannte“ oder „J’ai deux Amours“ – Heinrich Heine in Paris.

Wichtige Werke sind ihre präzisen Montagen von Text und Musik wie „Variations sérieuses“, (Mendelssohns Variationenwerk für Klavier, tongenau verwoben mit den „Exercices de style“ des französischen Existentialisten Raymond Queneau) oder „Auf lose Worte gelegt“, Theodor Fontanes Novelle Immensee, dramaturgisch verschränkt mit Johannes Brahms‘ Violinsonaten. „Ce que j’n’ai pas vécu“ – ist das programmatische Nachdenken über Vergänglichkeit und Zeitgefühl, „heimlich heimisch ungeheuer“ –beschäftigt sich mit sprachlichen Botschaften aus alten Schweizer Dialekten und Volksliedern. Eines der neusten Werke Sutters ist „Der Wolf im Schafsballkleid“, wo sie dem Wolf als Projektionsfläche für das Böse nachgeht in Fabeln, Sagen, Zitaten und der Erzählung „La Chèvre de Monsieur Séguin“ von Daudet.

www.lesalonbleu.ch