Lieder der Liebe

samstag, 13. mai 2017, 18 Uhr

Atelierkonzert

Mit dem Ensemble Astraia
v.l.n.r.: Barbara Schingnitz, Leslie Leon, Rebecca Ockenden

Rebecca OckendenSopran
Leslie LeonMezzosopran
Barbara SchingnitzMezzosopran
Ziv BrahaTheorbe

mit Werken von Mela Meierhans und Barbara Strozzi:

Mela Meierhans – rajat-i für drei Stimmen und Theorbe
nach ausgewählten Texten aus dem Hohelied Salomos
in hebräischer Sprache (2016/17) Uraufführung, Kompositionsauftrag

Barbara Strozzi: mehrstimmige Vokalmusik

  • aus Il primo libro di madrigali, op. 1 (1644): Sonnetto proemio dell’opera – Le Tre Grazie a Venere
  • aus Cantate, ariette e duetti, op. 2 (1651): Gl’occhi superbi – La riamata da chi amava
  • aus Cantate e ariette, op. 3 (1654): Begli occhi
  • aus Arie a voce sola, op. 8 (1664): Che si può fare

Die glutvoll und lautmalerisch vertonte Liebeslyrik der frühbarocken Komponistin Barbara Strozzi paart sich mit der ins Abstrakte weisenden „lautlichen Verdichtung“ von Mela Meierhans‘ „Rajat-i“: Sprache wird entweder ihrem Inhalt nach musikalisch ausgestaltet oder als Phänomen selbst kompositorisch reflektiert. Theorbe und Stimmen, beide über eine Vielzahl unterschiedlichster Laut- und Geräuschgebungen verfügend, gehen miteinander vielfältige Verbindungen ein, verstärken oder kontrastieren einander. Der Konzertabend schafft so einen bewegten musikalischen Bogen, den das Frauentrio und die Theorbe trägt und lebendig werden lässt.

Seit ihrer Zusammenarbeit bei „Shiva for Anne“, dem 2014 bei der MärzMusik in Berlin uraufgeführten III. Teil der Jenseits-Trilogie von Mela Meierhans, verbindet die drei Sängerinnen Rebecca Ockenden (Sopran), Barbara Schingnitz (Mezzosopran) und Leslie Leon (Mezzosopran) eine teils enge musikalische Zusammenarbeit. Die Gründung ihres eigenen Ensembles Trio Astrea erfolgte Anfang des Jahres 2016. Motivation des Trios ist vor allen Dingen das Streben, innovative und einzigartige Klang- und Höreindrücke in der Verbindung von alter und neuer Musik, auch verknüpft mit übergreifenden Improvisationen, entstehen zu lassen.

 

Zu den MusikerInnen

Rebecca Ockenden
Nach Abschluss ihres Magisterstudiums in Slawistik und Romanistik an der Universität Oxford studierte Rebecca Ockenden Gesang am Centre de Musique Baroque de Versailles. Es folgten zahlreiche Oratorienaufführungen und Soloabende. Unter J.-C. Malgoire debütierte sie am Théâtre des Champs-Elysées in Mozarts Le Nozze di Figaro. Weitere Bühnenerfahrung sammelte sie u.a. in Don Giovanni (Zerlina), Die Zauberflöte (Pamina), Kagels Aus Deutschland, Purcells Fairy Queen an der Opéra de Lyon und in Madrigalen von Gesualdo an der Opéra Garnier, Paris. Als Solistin mit Les Arts Florissants (W. Christie) sang sie Desmarests Grands Motets, Rameaus Zéphyre, Purcells King Arthur und Monteverdis Il Ritorno d’Ulisse in New York, London, Wien, Paris und am Festival von Aix-en-Provence. Ihre Solo-CD von Lautenliedern ist 2011 beim Label Ramée erschienen. Als Interpretin zeitgenössicher Musik trat sie ausser in Mela Meierhans’ Shiva for Anne unter anderem auf der Opernbühne in Werken von Pascal Dusapin und Mauricio Kagel, auf dem Konzertpodium in Werken von Betsy Jolas, François Cattin und Hans-Jürg Meier in Erscheinung. Zurzeit ist sie in Basel wohnhaft und übt in der Schweiz und im Ausland eine rege Konzerttätigkeit aus.

Barbara Schingnitz
Barbara Schingnitz absolvierte nach einem Diplom für Elementare Musikpädagogik das Lizentiat in Musikwissenschaft, neuer deutscher Literatur und Medienwissenschaft an der Universität Basel und studierte parallel dazu Gesang an der Musikhochschule Basel, wo sie mit Auszeichnung abschloss. Wichtige Impulse erhielt sie durch Meisterkurse u. a. bei Peter Schreier, Anne Sofie von Otter, Vesselina Kasarova, Graham Johnson, Michelle Breedt. Sie arbeitet als freischaffende Konzert- und Oratoriensängerin wie auch auf der Opernbühne vorwiegend in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Ihr solistisches Repertoire umfasst Partien vom Barock bis hin zu Uraufführungen von Werken zeitgenössischer Komponisten und zur Realisation unkonventioneller Musiktheaterprojekte durch innovative Formationen. Häufig ist sie auch als Sprecherin und (singende) Schauspielerin tätig, entwickelt Performancekonzepte für unterschiedliche Ensembles und führt Regie.

Leslie Leon
Leslie Leon studierte an der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Ihre Bühnentätigkeit umfasst Konzerte, Liederabende und Partien in Oratorien und Opernproduktionen in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, in den USA, Mexico, Ägypten, Litauen,
u.a. am Lucerne Festival, Theaterspektakel Zürich, Stimmen-Festival Lörrach, La Bâtie Genf, Internationale Festwochen Davos, MaerzMusik Berlin, Wien Modern, Warschauer Herbst, Festival del Centro Histórico de Mexico City, Is-Arti Festival Vilnius. Sie wurde u. a. nach Hannover, Leipzig und Zürich verpflichtet und sang mit Orchestern wie dem Klangforum Wien, dem Gewandhausorchester und dem ensemble für neue musik zürich. Ein weiterer Schwerpunkt in Leslie Leons künstlerischem Schaffen liegt auf der Arbeit als Sprecherin auf der Bühne und für Hörspiel- und Filmproduktionen.
Leslie Leons Repertoire umfasst die wichtigen Konzert- und Opernpartien vom Barock bis zur Moderne; wichtige Schwerpunkte ihrer sängerischen Tätigkeit liegen auf alter und zeitgenössischer avantgardistischer Kammer- und Orchestermusik, sie brachte zahlreiche für sie geschriebene Werke in Musiktheater und Konzert zur Uraufführung. Die Sängerin erhielt Stipendien und Preise u. a. der Bundeskulturstiftung, der ProHelvetia, der Ernst Göhner Stiftung, von Migros Kulturprozent und der Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr, das Pro-Exzellenzia-Stipendium der Europäischen Union und der Stadt Hamburg, ein Stipendium der fmg der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, den „Berliner Kompositionsauftrag 2005“ und das Erasmus-Fellowship der Universität Perugia.
Leslie Leon arbeitet regelmässig auch interdisziplinär für Tanzprojekte und Projekte mit bildenden Künstlern. Leslie Leon hat zur Stimme in der zeitgenössischen Vokalmusik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg promoviert und aktuell eine Professur an der DEKRA Hochschule für Medien Berlin und eine Dozentur an der Hochschule für Musik Leipzig Mendelssohn Bartholdy inne. Als Vocal-Coach ist sie u. a. für das Goethe Institut tätig.

Ziv Braha
Mit 14 Jahren begann Ziv Braha elektrische Gitarre zu lernen, mit 17 Jahren wechselte er zur Laute. Anfänglich nahm er Privatstunden bei Herr Isidoro Roitman, später studierte er bei ihm an der Musikakademie in Jerusalem, die er im Juni 2000 mit dem Bachelor Diplom abschloss. Als Lautenist war Ziv in Israel ein viel gefragter Continuo-Spieler. Er spielte mit jungen Ensembles, Barockorchester, war Begleiter an einem Barockgesangskurs und an Gesangsrezitalen, und unterrichtete Kammermusik an einer privaten Kunstschule. Weiter spielte er in zwei festen Ensembles. Mit einem wurde er an das Brezice Early Music Festival eingeladen, und ein Konzert wurde vom klassischen israelischen Radio Kol Hamusica direkt übertragen. Noch während er in Jerusalem sein Studium beendete, bestand er die Aufnahmeprüfung für das Aufbaustudium an der Schola Cantorum in Basel: im Februar 2001 übersiedelte er dorthin, um in der Lautenklasse von Hopkinson Smith zu studieren. Durch den Meister beeinflusst und inspiriert, begann Ziv mehr und mehr Sorgfalt in die feinen Nuancen des Lautenspiels zu legen. Das weckte sein Interesse für das Solo-Repertoire der Laute und er intensivierte seine Suche nach den edlen und friedensbringenden Kräften der Musik.
So gab Ziv während seinem ersten Studienjahr in Basel Solo-Rezitale auf der Rennaissancelaute in Jerusalem, Basel und in Deutschland. Gleichzeitig begann er Theorbe zu studieren und wurde eingeladen, an den Festwochen für Alte Musik Innsbruck unter der Leitung von René Jacobs in Monteverdis „Orpheo“ mitzuwirken. Im Jahr darauf spielte die gleiche Produktion am Stadttheater Berlin. Er spielte im Sinfonieorchester Luzern unter der Leitung von Howard Arman und mit den Basler Madrigalisten an verschiedenen europäischen Festivals. In Belgien und Holland nahm er mit dem Vlaamsen Opera Orchestra „The Liturgy of Orpheus“ des griechischen Komponisten Yannis Markopoulos auf, spielte mit der Capella Vocale unter der Leitung von Mark Goossens und Solo-Rezitale am Dag Oude Muziek in Alden-Biesen, am Klara Festival in Brüssel und im Fringe-Programm des Festival Oude Muziek Utrecht.
Seit 2010 unterrichtet Ziv Braha Laute an der Musikschule der Schola Cantorum in Basel.

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