Buchvernissage, Ausstellung und Konzert 30.05.2015

Samstag, 30.Mai 2015, 18 Uhr

Buchvernissage, Ausstellung und Konzert
„EXPIRER“

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Anna Maria Bürgi und Claudia Sutter am 30. Mai 2015 © Johanna Gisela Bechen

 

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(Tryptichon) „Nirgends wohnen nur im Wort 7“ 2011/12 (©ccf)

Anna Maria Bürgi Malerin, Buchvorstellung
Claudia Sutter Komposition, Klavier und Rezitation

Am 30. Mai 2015 präsentierte Anna Maria Bürgi ihren neuen Bildband „EXPIRER“ (Ausatmen), mit Tagebuchauszügen von 1974 bis 2013

Claudia Sutter sang, spielte und sprach Anna Maria Bürgis Tagebuchtexte. Sie hüllt sie ein in einen poetisch durchlässigen Mantel aus Musik. Sie schafft musikalische Untergrund-Flächen und Hintergründe, die Gesagtes vertiefen oder kontrapunktieren. Dabei werden die Inhalte reflektiert in Tontupfern, akkordischen Bändern, sowie Geräuschhaftem, in Linienfäden und Liedfragmenten.

Aufgeschrieben und zu Bild gebracht, hat sie diese Notizen auf Reisen nach Kairo und New York. Aber auch an ihrem heutigen Lebens- und Schaffensort Vaux La Douce in Frankreich. «Das letzte Ausatmen ihres 2011 verstorbenen Mannes Kurt Meyerhans gab ihr die Kraft für das nun vorliegende Werk.» Anna Maria Bürgi selber sagt es so: «Nahe Menschen verabschieden sich für immer. Ich bleibe zurück, noch lebe ich. Ich atme aus, ich atme ein. Und dieses EINATMEN ist so stark, dass ich das LEBENDIGE dieser Botschaft in Farbe und Sprache weitergeben möchte.»

Der Leser begleitet die Künstlerin vorerst nach Kairo (2007). In klassischer Geradlinigkeit, aber unglaublich farbig ihre Tagebuchblätter vom Land der Pyramiden. Anna Maria Bürgi selber schreibt dazu: «Ich fand eine neue Bildsprache, Strenge der Komposition, verwendete sogar Scotch-Bänder, weil sonst alles so ausfliessend war. Mein Herz sprang über.»

Ganz anders der Aufenthalt in New York 2010. Anna Maria Bürgi schwärmt: «Ich flog über Meer, Städte, Weiten und fand eine neue Bildsprache in New York.» Aber eben auch: «Die Weltmacht überzeugt mich in ihrem politischen Verhalten nicht.» Die Bildeinträge sind voll Leben. Explosiv, widersprüchlich auch. Im dritten Teil des Buches kehrt Beschaulichkeit ein. Die Künstlerin ist nun in Vaux la Douce und hält fest: «Die Natur ist meine RESSOURCE.»

Und da findet die Obwaldnerin denn bei Bildern von einzigartiger Schönheit und Dichte Worte, die einen ebenso leicht trösten wie erschrecken mögen: «Die Zeit ist meine Uhr ohne Zeiger, sonst werde ich verrückt.» (Romano Cuonz, Neue Zuger Zeitung, 14.03.2015)

Die komplette Rezension der Neuen Zuger Zeitung (13.03.2015): 13.3.15_NeueZugerZeitung amb

Mehr Informationen zum Leben und Schaffen von Anna Maria Bürgi unter www.annamariabuergi.ch

Bestellung des Bildbands „EXPIRER“

 

Claudia Sutter

Die Pianistin, Sängerin, Komponistin, Lyrikerin und Sprecherin, erhielt ihre Ausbildungen an den Hochschulen Basel und Luzern und ist Trägerin des Edwin Fischer-Gedenkpreises für Klavier. Sie spielte als Pianistin des Trio Basilea bis 2011 (internationale Preise und weltweite Konzerttätigkeit/CDs.)

Als Komponistin schrieb sie Werke wie unfassbar – die Hommage an den Komponisten Robert Suter (CD 2012 beim Guild-Verlag, London), die Kammeroper Lancelot bist du tot, Uraufführung 2013 in der maison 44 Basel, opus.epos, der Liederzyklus auf Verse von Publius Ovidius Naso, Nelly Sachs und Claudia Sutter, Uraufführung 2013 in Le Salon bleu, Basel sowie Lieder und Chants. Am Tag der Poesie im September 2013, 14 war Claudia Sutter mit Lesungen ihrer Gedichte zu Gast.

Sie ist seit 1998 Künstlerin und Veranstalterin von Le Salon bleu, wo die Kombination Konzert / Lesung seit Beginn Grundlage ihrer Programme war. Die Soirées umfassen Hommages an Künstler, Dichter, Denker und autonome Produktionen: u.a. Hommages an Victor Hugo mit „Choses vues“, an Anton Kuh mit „von Goethe abwärts“, Lilli Kraus mit „die grosse Unbekannte“ oder „J’ai deux Amours“ – Heinrich Heine in Paris.

Wichtige Werke sind ihre präzisen Montagen von Text und Musik wie „Variations sérieuses“, (Mendelssohns Variationenwerk für Klavier, tongenau verwoben mit den „Exercices de style“ des französischen Existentialisten Raymond Queneau) oder „Auf lose Worte gelegt“, Theodor Fontanes Novelle Immensee, dramaturgisch verschränkt mit Johannes Brahms‘ Violinsonaten. „Ce que j’n’ai pas vécu“ – ist das programmatische Nachdenken über Vergänglichkeit und Zeitgefühl, „heimlich heimisch ungeheuer“ –beschäftigt sich mit sprachlichen Botschaften aus alten Schweizer Dialekten und Volksliedern. Eines der neusten Werke Sutters ist „Der Wolf im Schafsballkleid“, wo sie dem Wolf als Projektionsfläche für das Böse nachgeht in Fabeln, Sagen, Zitaten und der Erzählung „La Chèvre de Monsieur Séguin“ von Daudet.

www.lesalonbleu.ch

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